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Dresden baut Not-Pfeiler unter Brücke Budapester Straße

Bauarbeiter in orangefarbener Warnkleidung entladen Werkzeug aus einem Kleintransporter im Bereich eines Betonpfeilers unterhalb der Brücke Budapester Straße in Dresden.
Rettungsanker für ein marodes Nadelöhr: Bereits Mitte Mai liefen die Untersuchungen unter der Brücke Budapester Straße auf Hochtouren. Jetzt haben die aufwendigen Arbeiten zur Notunterstützung begonnen, um den fast einen Kilometer langen Brückenzug vor dem Kollaps zu retten. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Als bei der Probenentnahme auf einen Schlag 40 Spanndrähte rissen, war klar: Diese Brücke braucht Hilfe - und zwar schnell. Jetzt stehen die Bagger.

Dresden. Vier Hilfsstützen, Aushubarbeiten, umverlegte Leitungen: An der Brücke Budapester Straße ist seit Dienstag Bewegung - im wörtlichen Sinne. Die Stadt hat mit den vorbereitenden Arbeiten zur Notunterstützung des Bauwerks begonnen, nachdem Experten vor Einsturzgefahr gewarnt hatten, sollten die Stützen nicht kurzfristig eingebaut werden.

Warum die Notunterstützung notwendig ist

Die Vorgeschichte ist gravierend: Bei der Probenentnahme an der fast einen Kilometer langen Brücke rissen 40 Spanndrähte auf einen Schlag. Brückenprüfer und Experten - darunter Professor Steffen Marx - warnten daraufhin vor Einsturzgefahr ohne Hilfspfeiler. Die Notunterstützung dürfte im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen, sagte Marx. Ein möglicher Ersatzneubau käme angesichts des fast einen Kilometer langen Bauwerks voraussichtlich auf mehr als 100 Millionen Euro. Blaulicht SachsenBlaulicht Sachsen

Die Brücke Budapester Straße entstand im gleichen Zeitraum wie die Carolabrücke und wurde mit demselben spannungsrisskorrosionsgefährdeten Spannstahl aus dem Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf gebaut. Der Begriff Spannungsrisskorrosion hat in Dresden seit dem Teileinsturz der Carolabrücke im September 2024 einen neuen, bedrängenden Klang. DresdenBlaulicht Sachsen

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Chronologie der Ereignisse seit Mai 2026

Die Entwicklung der vergangenen Wochen verlief in rascher Folge: Am 8. Mai galt zunächst eine Tonnagebeschränkung auf 7,5 Tonnen sowie eine Reduzierung auf je eine Fahrspur. Am 14. Mai folgte die Teilsperrung des Abschnitts über der Ammonstraße, nachdem Schallemissionsmessung und Probenentnahmen das Schadensbild eines versprödeten Spannstahls an zwei Stellen bestätigt hatten. Seit dem 19. Mai gilt eine detaillierte Umleitungsregelung je nach Fahrzeuggewicht und Richtung. Jetzt, gut zwei Wochen später, beginnen die physischen Sicherungsarbeiten.

Aktuelle Verkehrsführung während der Bauarbeiten

Für die Dauer der Arbeiten gelten weitere Einschränkungen: Fußgängerinnen und Fußgänger werden über den Lagerplatz des Straßen- und Tiefbauamtes umgeleitet. Der Kraftfahrzeugverkehr in Richtung World Trade Center wird auf eine Fahrspur reduziert. Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen den gesamten Brückenzug weiterhin nicht nutzen; die großräumige Umleitung führt über Nürnberger, Münchner, Fritz-Löffler- und St. Petersburger Straße.

Wann die Brücke wieder voll nutzbar ist, bleibt offen

Baubürgermeister Stephan Kühn räumte ein, dass für die Finanzierung der Notmaßnahmen eine Umschichtung im laufenden Haushalt nötig sei. Einen Zeitplan für die Wiederzulassung des vollen Betriebs nannte die Stadt bislang nicht. Fortlaufende Informationen zum Baufortschritt sollen folgen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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