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DVB und Polizei jagen am Mittwoch Schwarzfahrer in Dresden

Eine gelb-schwarz-grüne Straßenbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) der Linie 11 mit dem Ziel Zschertnitz steht an der zentralen Haltestelle Postplatz in Dresden.
Kontrolloffensive im Stadtgebiet: Am Mittwoch, dem 3. Juni 2026, führen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) unangekündigte Sperrkontrollen durch. Angesichts einer verdoppelten Schwarzfahrer-Quote und spürbarer Einnahmeausfälle setzt das Unternehmen auf Beschluss des Stadtrates verstärkt auf Kontrollteams und Polizeibegleitung. Foto: pixabay/nikolai_kolosov
Von: Cornelius de Haas
Wer am Mittwoch in Dresden ohne gültiges Ticket erwischt wird, hat schlechte Karten. Die DVB starten eine unangekündigte Großkontrolle im Stadtgebiet - und nutzen eine Taktik, bei der es für Schwarzfahrer absolut kein Entkommen gibt.

Dresden. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) führen am Mittwoch, dem 3. Juni 2026, eine sogenannte Sperrkontrolle im Dresdner Stadtgebiet durch. Wo genau, verraten die DVB nicht – das ist Absicht. Unterstützt werden die Ticketprüfer von Mitarbeitern der Sicherheitsfirma Götz sowie von Beamten der Polizei. Die Aktion ist Teil einer seit Mitte 2025 laufenden Kontrolloffensive, die das Unternehmen auf Beschluss des Dresdner Stadtrates auch 2026 fortsetzt.

So funktioniert eine Sperrkontrolle

Das Prinzip einer Sperrkontrolle ist denkbar simpel - und für Schwarzfahrer kaum zu umgehen. Die Prüfer steigen eine Station vor dem eigentlichen Kontrollpunkt zu und prüfen die Tickets im Fahrzeug. Wer dann an der nächsten Haltestelle schnell aussteigen will, um der Kontrolle zu entgehen, trifft draußen auf weitere Kontrolleure und die Polizei. Denn auch wer gerade erst ausgestiegen ist, muss nach den Beförderungsbestimmungen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) einen gültigen Fahrschein vorzeigen können. Die Methode schließt damit genau die Lücke, die bei gewöhnlichen Kontrollen im Fahrzeug offen bleibt.

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Die erste Sperrkontrolle dieser Art fand am 24. Juni 2025 an der Julius-Vahlteich-Straße in Wölfnitz statt. Seitdem folgten weitere im Jahresverlauf. Künftig sollen solche Kontrollen auch abends und nachts stattfinden.

Schwarzfahrer-Quote hat sich verdoppelt

Der Anlass für die verschärften Maßnahmen ist konkret: Die Schwarzfahrer-Quote in Dresdner Bussen und Bahnen hat sich seit der Corona-Pandemie nahezu verdoppelt. Vor 2020 fuhren laut DVB im Schnitt rund 2,5 Prozent aller Fahrgäste ohne gültiges Ticket. Inzwischen seien es etwa fünf Prozent, sagte DVB-Vertriebsleiter Sascha Heiser. Bei 186,5 Millionen Fahrgästen, die die DVB 2025 beförderten, entspricht das hochgerechnet rund 9,3 Millionen Fahrten ohne gültigen Fahrschein - und Einnahmeausfällen von jährlich fünf bis sieben Millionen Euro.

„Das Schwarzfahren darf nicht zur Normalität werden", wird Heiser in der DVB-Mitteilung zitiert. Man folge mit den Kontrollen nicht nur der Forderung des Stadtrates, sondern wolle auch gegenüber zahlenden Fahrgästen Sichtbarkeit zeigen. Schwarzfahren gilt rechtlich als „Erschleichung von Leistungen" und ist bundesweit eine Straftat.

Fehlende Einnahmen treffen einen Betrieb unter Druck

Die entgangenen Millionen treffen die DVB in einer ohnehin angespannten Finanzlage. Die Dresdner Verkehrsbetriebe kämpfen seit Jahren mit steigenden Betriebskosten bei gleichzeitig stagnierenden Ausgleichszahlungen des Freistaates - etwa beim Bildungsticket, das seit seiner Einführung 2021 unverändert 15 Euro monatlich kostet, während Energie, Personal und Material teurer geworden sind. Oberbürgermeister Dirk Hilbert warf der Landesregierung deshalb im Mai öffentlich vor, sich „aus der Pflicht zu stehlen". Bleibt die Finanzierungslücke bestehen, drohe eine Kürzung des Angebots um zehn Prozent.

Vor diesem Hintergrund hat das Thema Schwarzfahren eine unmittelbare haushalterische Dimension: Jede nicht kassierte Fahrt vergrößert ein Loch, das bereits ohne weitere Einbußen schwer zu stopfen ist. Die DVB-Verantwortlichen gehen davon aus, dass der erhöhte Kontrollaufwand durch steigende Einnahmen rasch kompensiert werden kann.

Fokus auf Wiederholungstätern, nicht auf sozial Schwachen

Die DVB betonen, dass die Kontrollen nicht auf einkommensschwache Fahrgäste zielen. Für Berechtigte gebe es den Dresden-Pass, der trotz allgemeiner Preissteigerungen weiterhin vergünstigte Tickets ermögliche. Im Fokus der Kontrollteams stünden vielmehr notorische Wiederholungstäter.

Die Prüfer haben dabei weitgehend freie Hand bei der Wahl von Zeit und Ort. Lediglich grobe Schwerpunkte werden zwischen DVB und den Kontrollteams abgestimmt. Das interne Ziel: Im Durchschnitt soll jeder Fahrgast einmal pro Quartal kontrolliert werden. Weitere Sperrkontrollen seien bereits in Vorbereitung, so die DVB.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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