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Dresden: Kulturfestival „Karierte Katze“ für 2026 abgesagt

Menschen sitzen am Abend an Biertischen unter einer Allee aus beleuchteten Bäumen. Im Vordergrund sind große, weiße und schwarze Schachfiguren auf einem XXL-Spielfeld zu sehen. Links erstreckt sich eine Wiese, auf der eine Person mit Regenschirm läuft.
Aus für Kultur am Elbufer: Das Festival „Karierte Katze“ macht 2026 eine Pause, da rund 100.000 Euro an Sponsorengeldern fehlen. Eine Rückkehr an den Park am Japanischen Palais wird es laut nicht mehr geben. Foto: PR/Karierte Katze
Von: Cornelius de Haas
Am Japanischen Palais scheitert das nächste Festival-Projekt an den Finanzen. Doch diesmal hat die Absage der „Karierten Katze“ drastische Konsequenzen für alle Dresdner Kultursuchenden - der Hausherr zieht offenbar die Reißleine.

Dresden. Es sollte ein Highlight an lauen Sommerabenden werden, doch nun herrscht Gewissheit: Die „Karierte Katze“ macht 2026 eine Pause. Bis zur letzten Minute hatte das Team um Veranstalter Markus Richter Gespräche geführt, um zumindest eine verkleinerte Variante des Festivals zu retten. Doch die angespannte wirtschaftliche Lage zwingt viele Unternehmen aktuell dazu, ihr Engagement im Kulturbereich drastisch zu reduzieren, in andere Segmente zu verschieben oder gänzlich zu streichen. Am Ende fehlten die für eine verantwortungsvolle Umsetzung zwingend nötigen Förder- und Sponsorengelder in Höhe von rund 100.000 Euro.

„Die Entscheidung fällt uns außerordentlich schwer“, erklärte Richter angesichts der gescheiterten Finanzierung. Man wolle das Projekt nicht um jeden Preis durchführen, sondern nur dann, wenn den Künstlern und Gästen die gewohnte Verlässlichkeit und Qualität geboten werden könne. 

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Keine Rückkehr ans Japanische Palais

Mit der diesjährigen Absage zieht das Festival auch einen endgültigen Schlussstrich unter den bisherigen Standort am Elbufer. Der Nutzungsvertrag wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Wie aus der aktuellen Mitteilung hervorgeht, ist generell keine erneute Nutzung der Fläche mehr vorgesehen.

Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) strebt als Hausherr offenbar an, den idyllischen Park künftig unbespielt zu lassen. Diese Entwicklung versetzt auch den Ambitionen von Jörg Polenz einen massiven Dämpfer. Der Chef des „Palais Sommers“, der das Areal in der Vergangenheit über Jahre prägte, hatte erst am Donnerstag via Tag24 Hoffnungen geäußert, für 2027 wieder Gespräche mit dem Freistaat aufnehmen zu können

Neuausrichtung und personelle Konsequenzen

Trotz des herben Rückschlags blicken die Macher der „Karierten Katze“ nach vorn. In den ersten beiden Jahren flossen insgesamt rund 200.000 Euro in den Aufbau und die Weiterentwicklung des Formats. Diese Investitionen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen nun als Fundament für eine strategische Neuausrichtung dienen. Ziel ist es, das Konzept unabhängig vom bisherigen Ort neu aufzubauen.

Hinter den Kulissen gibt es im Zuge dessen personelle Veränderungen: Veranstalter Richter hat sich vom bisherigen künstlerischen Leiter Holger John getrennt. Um künftig nicht allein von den raren Großsponsoren abhängig zu sein, fasst Richter für die Finanzierung künftiger Ausgaben alternative Modelle wie Crowdfunding ins Auge. Das klassische Einwerben von Spendengeldern vor Ort gestalte sich schlichtweg zunehmend herausfordernd.

Die historische Fläche hinter demJapanischen Palais erweist sich damit einmal mehr als schwieriges Pflaster: Vor Richter scheiterte hier bereits der Veranstalter Thomas Jurisch nach zwei Ausgaben aus finanziellen Gründen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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