Dresden. Wer das Denken der Menschen im Dresden des 16. Jahrhunderts verstehen will, findet in den alten Kriminalregistern der Stadt ungefilterte Einblicke: in Rechtsauffassungen, soziale Hierarchien und den Alltag einfacher Bürger. Bislang lagen diese Quellen im Stadtarchiv. Ab sofort stehen sie - wie die gesamte Edition der Dresdner Stadtbücher - kostenlos online.
Was in der Edition steckt
Das Stadtarchiv hat seine Kritische Edition der Dresdner Stadtbücher vollständig digitalisiert und frei zugänglich gemacht. Enthalten sind die Dresdner und Altendresdner Stadtbücher, die historischen Kriminalregister und das Alturteilsbuch - Dokumente, die zwischen 1404 und 1580 entstanden.
Zusammen ergeben sie ein vielschichtiges Bild vom Leben in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt: von der Verfassung des Gemeinwesens über soziale Strukturen bis in den Alltag hinein. Besonders die Kriminalregister belegen, dass Dresden seit dem ausgehenden Mittelalter über die hohe Gerichtsbarkeit verfügte. Die Stadt durfte also selbst über Leben und Tod ihrer Bürger richten.