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Dresden startet Hilfskampagne für Obdachlose bei Hitze

Ein Kampagnenplakat mit der Aufschrift „Schatten statt Straße. Dresden schaut hin!“. Zu sehen ist ein Schlaflager mit Kissen und Decke auf sonnenbeschienenem Boden, davor eine Wasserflasche. Unten stehen Logos und der Link dresden.de/obdach.
Schatten statt Straße: Mit einer neuen Plakataktion sensibilisiert die Stadt Dresden vom 21. Juli bis 4. August für die Lebensgefahr von Obdachlosen bei Sommerhitze und wirbt für den Ausbau der städtischen Sommernothilfe. Quelle: Landeshauptstadt Dresden
Von: Dresden News
Wenn die Straße zur tödlichen Falle wird: Mit Sprühnebel, kostenlosen Trinkbrunnen und mobilen Streetwork-Teams rüstet Dresden im Sommer 2026 massiv auf. Doch die Stadtspitze stellt auch eine klare Forderung an die Bürger.

Dresden. Die Landeshauptstadt macht mit einer neuen Plakataktion auf die lebensbedrohliche Lage von Obdachlosen bei Rekordtemperaturen aufmerksam. Unter dem Motto „Schatten statt Straße. Dresden schaut hin!“ wirbt die Verwaltung für Hilfsangebote und ruft die Bevölkerung zu mehr Achtsamkeit auf. Gleichzeitig kündigt das Sozialamt den Ausbau der städtischen Sommernothilfe an.

Lebensgefahr durch fehlende Rückzugsorte

Ende Juni kletterte das Thermometer in der Dresdner Neustadt auf einen neuen Rekordwert von über 40 Grad Celsius. Solche extremen Temperaturen belasten den menschlichen Organismus massiv und stellen für Personen ohne festen Wohnsitz eine akute Gefahr dar. Wer sich tagsüber ununterbrochen im Freien aufhält, keinen Zugang zu kühlen Räumen findet und zu wenig trinkt, riskiert schwere gesundheitliche Schäden. Um dieses oft übersehene Problem in den Fokus zu rücken, prägen vom 21. Juli bis zum 4. August 2026 rund 100 City-Light-Plakate das Dresdner Stadtbild. Mit großen weißen Buchstaben informieren sie gezielt über bestehende Anlaufstellen für Betroffene.

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Sommernothilfe wird systematisch ausgebaut

Die Einrichtungen der Dresdner Wohnungsnotfallhilfe öffnen ihre Türen nicht nur bei Minusgraden, sondern bieten auch an heißen Sommertagen dringend benötigten Schutz und praktische Unterstützung. Die Verwaltung reagiert damit auf die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre. Sozialamtsleiter Christian Knappe erklärt, dass die städtischen Angebote auch im Sommer verlässlich erreichbar seien. Da Hitzeperioden in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen, plant die Stadt, die Sommernothilfe analog zur bewährten Kältenothilfe weiter auszubauen. Dieser Schritt ist bereits bindend im Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt festgeschrieben. Die aktuelle Plakataktion bildet damit die sommerliche Ergänzung zur bekannten Winterkampagne „Bett statt Bank“.

Aufruf zur Zivilcourage und öffentliche Abkühlung

Neben den institutionellen Netzwerken fordert die Stadtspitze auch die Zivilgesellschaft zum Handeln auf. Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann appelliert an die Bevölkerung, nicht wegzuschauen. Hitze treffe Menschen ohne Obdach besonders hart und gefährde deren Gesundheit unmittelbar. Sie ermutigt die Dresdnerinnen und Dresdner, Mitverantwortung zu übernehmen und betroffene Personen an heißen Tagen direkt anzusprechen, wenn diese offensichtlich Hilfe benötigen. Die Stadt setze parallel alles daran, Schutzräume zu erweitern und Hilfsnetzwerke zu verstärken, um Leben zu schützen, so Kaufmann.

Da allgemeine Verhaltenstipps aus dem Internet für Wohnungslose im Alltag oft schlicht nicht umsetzbar sind, unterstützt Dresden zusätzlich mit mobilen Streetwork-Teams. Für schnelle Linderung im öffentlichen Raum sorgen zudem kostenlose Trinkwasserbrunnen im gesamten Stadtgebiet. Wer darüber hinaus Abkühlung sucht, findet an der Seestraße und auf dem Jorge-Gomondai-Platz installierte Sprühnebelanlagen. Details zu städtischen Trinkwasserstellen, kühlen Orten und den Angeboten für Wohnungslose bündelt die Stadtverwaltung fortlaufend auf ihrem zentralen Online-Hitzeportal.

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