Bildungsticket am Limit: Dresden droht Zehn-Prozent-Streichung bei Bus und Bahn
Dresden. 64.000 Schülerinnen und Schüler fahren täglich mit dem Dresdner Bildungsticket - für unverändert 15 Euro im Monat, seit fünf Jahren. Was nach Stabilität klingt, ist für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und die Stadtverwaltung längst ein offenes Haushaltsloch: Die Kosten für Energie, Personal und Material sind in dieser Zeit deutlich gestiegen, die Ausgleichszahlungen des Freistaats jedoch nicht.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert erklärte nun, die Landesregierung stehle sich „erneut aus der Pflicht, für eine Leistung zu bezahlen, die sie selbst bestellt" habe. Hintergrund sei ein Kabinettsbeschluss, der zwar eine Preiserhöhung des Bildungstickets auf 19 Euro zum Schuljahr 2027/2028 vorsehe - gleichzeitig aber die kommunalen Ausgleichszahlungen anteilig kürze. Inflationsbereinigt, so Hilbert, liege der reale Preis bereits bei 21 Euro. Dieser Betrag müsse den Verkehrsbetrieben vollständig zur Verfügung stehen.
Bleibt die Lücke bestehen, drohe eine Reduktion des Angebots von Straßenbahn und Bus um rund zehn Prozent - so die Einschätzung von Stadt und DVB.
Bürgermeister Stephan Kühn, zuständig für Stadtentwicklung und Verkehr, verwies darauf, dass die Staatsregierung im Koalitionsvertrag zugesagt habe, die Ausgleichszahlungen an die tatsächliche Kostenentwicklung anzupassen. Diese Zusage sei „bislang nicht erfüllt worden".
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach betonte, die Finanzierung stehe seit Einführung des Tickets im Schuljahr 2021/2022 still, während die Betriebskosten stiegen.
Der Stadtrat hatte bereits am 31. März 2025 mit dem Doppelhaushalt 2025/2026 beschlossen, geplante Projekte wie die Campuslinie und die Linie 8 nicht zu opfern. Ob das ohne Nachbesserung des Freistaats gelingt, ist offen.