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Bildungsticket am Limit: Dresden droht Zehn-Prozent-Streichung bei Bus und Bahn

Archivbild von 2021: Martin Dulig und Christian Piwarz halten gemeinsam mit vier Jugendlichen ein großes Schild mit der Aufschrift „BildungsTicket“ vor einem weißen Linienbus. Das Schild trägt die Logos sächsischer Verkehrsverbünde und zahlreiche Unterschriften.
Der damalige Verkehrsminister Martin Dulig und damalige Kultus- und heutige Finanzminister Christian Piwarz bei der Einführung des sächsischen Bildungstickets im Jahr 2021. Während das Angebot seit vier Jahren besteht, warnen Dresden und die DVB aktuell vor einer massiven Finanzierungslücke durch gestiegene Betriebskosten, die das System zunehmend unter Druck setzt. Archivfoto: SMWA
Von: Cornelius de Haas
15 Euro seit 2021 - und die Kosten galoppieren. Jetzt droht dem Dresdner Nahverkehr ein Einschnitt von zehn Prozent, weil der Freistaat mehr kassiert als er gibt.

Dresden. 64.000 Schülerinnen und Schüler fahren täglich mit dem Dresdner Bildungsticket - für unverändert 15 Euro im Monat, seit fünf Jahren. Was nach Stabilität klingt, ist für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und die Stadtverwaltung längst ein offenes Haushaltsloch: Die Kosten für Energie, Personal und Material sind in dieser Zeit deutlich gestiegen, die Ausgleichszahlungen des Freistaats jedoch nicht.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert erklärte nun, die Landesregierung stehle sich „erneut aus der Pflicht, für eine Leistung zu bezahlen, die sie selbst bestellt" habe. Hintergrund sei ein Kabinettsbeschluss, der zwar eine Preiserhöhung des Bildungstickets auf 19 Euro zum Schuljahr 2027/2028 vorsehe - gleichzeitig aber die kommunalen Ausgleichszahlungen anteilig kürze. Inflationsbereinigt, so Hilbert, liege der reale Preis bereits bei 21 Euro. Dieser Betrag müsse den Verkehrsbetrieben vollständig zur Verfügung stehen.

Bleibt die Lücke bestehen, drohe eine Reduktion des Angebots von Straßenbahn und Bus um rund zehn Prozent - so die Einschätzung von Stadt und DVB.

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Bürgermeister Stephan Kühn, zuständig für Stadtentwicklung und Verkehr, verwies darauf, dass die Staatsregierung im Koalitionsvertrag zugesagt habe, die Ausgleichszahlungen an die tatsächliche Kostenentwicklung anzupassen. Diese Zusage sei „bislang nicht erfüllt worden".

DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach betonte, die Finanzierung stehe seit Einführung des Tickets im Schuljahr 2021/2022 still, während die Betriebskosten stiegen.

Der Stadtrat hatte bereits am 31. März 2025 mit dem Doppelhaushalt 2025/2026 beschlossen, geplante Projekte wie die Campuslinie und die Linie 8 nicht zu opfern. Ob das ohne Nachbesserung des Freistaats gelingt, ist offen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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