Dresden. Erst die Zusage der Uni, dann der Wettlauf um ein Zimmer: Für vier von fünf Studierenden in Dresden und Ostsachsen beginnt das Studium mit einem Umzug - und für viele mit blankem Stress. 59 Prozent geben an, zu Studienbeginn unter Druck gestanden zu haben, schnell eine Unterkunft finden zu müssen. Das zeigt eine Befragung im Auftrag des Studentenwerks Dresden, an der von Mitte November bis Mitte Dezember 2025 insgesamt 3.529 Studierende aus Dresden, Görlitz, Zittau und Tharandt teilnahmen, wie das Studentenwerk am Freitag mitteilte.
Eine bezahlbare Wohnung sei kein Luxus, sondern Grundlage, um sich auf das Studium konzentrieren zu können. Fröck sieht darin dringenden Reformbedarf beim BAföG - und Bedarf an weiterer Unterstützung für den Wohnheimbau.
Wohnheim als Rettungsanker: 296 Euro statt 490 Euro Miete
Wie groß der Preisunterschied ist, macht die Umfrage konkret: Ein Wohnheimplatz des Studentenwerks kostet im Durchschnitt 296 Euro - inklusive aller Nebenkosten und Möblierung. Die Spanne reicht von 174 Euro für ein unsaniertes WG-Zimmer bis 420 Euro für ein modernes Einzelapartment. Wer dagegen privat allein wohnt, zahlt laut Befragung durchschnittlich 490 Euro; wer mit Partner, Familie oder in einer privaten WG lebt, im Schnitt 400 Euro. Entsprechend nennen 78 Prozent der aktuellen Wohnheimmieter die günstige Miete als wichtigsten Grund für ihre Wohnform, gefolgt von den Pauschalnebenkosten (65 Prozent) und der günstigen Lage (61 Prozent).
Die Kehrseite des Erfolgs: Die Nachfrage übersteigt das Angebot regelmäßig. Nach Angaben des Studentenwerks kann die Wartezeit auf einen Wohnheimplatz mehrere Monate betragen - insbesondere für die begehrten Einzelapartments und zum Wintersemester. Genau diese Wohnform wünschen sich aber die meisten: 58 Prozent der befragten Mieter würden ein Einzelapartment mit eigener Küche und eigenem Bad bevorzugen - tatsächlich wohnt darin nur gut ein Viertel, 62 Prozent leben in einer WG.
