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50 Jahre Dresdner Graphikmarkt: Sachsenlotto unterstützt Kunsttradition mit 5.000 Euro

Sebastian Nobert, Prof. Herbert Marx und Frank Schwarz bei der Übergabe des Schecks.
Sebastian Nobert, Prof. Herbert Marx und Frank Schwarz (Bild: Jürgen Männel)
Seit 1976 bringt der Dresdner Graphikmarkt Künstler und Kunstliebhaber zusammen. Zum 50-jährigen Jubiläum unterstützt Sachsenlotto den ehrenamtlichen Verein mit 5.000 Euro. Kunsthistoriker Harald Marx übernimmt die Rolle des Möglichmachers. Im November werden im Deutschen Hygiene-Museum Werke von 87 Künstlerinnen und Künstlern angeboten.

Dresden. Der Dresdner Graphikmarkt feiert seinen 50. Geburtstag und erhält finanzielle Unterstützung von Sachsenlotto. Frank Schwarz, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto-GmbH, übergab am 13. Oktober 2026 eine Förderung über 5.000 Euro an den Dresdner Graphikmarkt e. V. Möglich gemacht hat dies der Kunsthistoriker Professor Harald Marx, der den ehrenamtlich geführten Verein im Rahmen der Sachsenlotto-Initiative „Möglichmacher“ für die Unterstützung vorgeschlagen hatte. Das Geld soll in technische Ausstattung und die Vorbereitung künftiger Graphikmärkte fließen.

Die nächste Gelegenheit, zeitgenössische Kunst zu entdecken und zu kaufen, gibt es am 14. und 15. November 2026. Dann findet der 45. Dresdner Graphikmarkt im Konferenzzentrum des Deutschen Hygiene-Museums statt. 87 Künstlerinnen und Künstler sind vertreten. Der Eintritt ist frei.

5.000 Euro für einen Markt, der vom Ehrenamt lebt

Hinter dem Dresdner Graphikmarkt steht ein Verein, dessen Mitglieder die Veranstaltung ehrenamtlich organisieren. Sie besuchen Ausstellungen, wählen Künstler aus, besichtigen Ateliers und übernehmen schließlich die Präsentation sowie den Verkauf der Kunstwerke.

Norbert Sebastian vom Dresdner Graphikmarkt e. V. schilderte bei der Presseveranstaltung, wie aufwendig diese Arbeit ist. Die Künstler sind während des Marktes gewöhnlich nicht selbst anwesend. Der Verein nimmt die Arbeiten in Kommission, organisiert ihre Präsentation und sorgt für die Abrechnung.

Auch die technische Ausstattung muss finanziert werden. Früher wurden Rechnungen noch von Hand geschrieben und Verkäufe mit Bargeld abgewickelt. Heute müssen Tausende Kunstwerke erfasst und die Verkaufserlöse den jeweiligen Künstlern zugeordnet werden.

„Die Förderung hilft uns sehr, wichtige technische Investitionen anzugehen und kommende Graphikmärkte vorzubereiten. Zugleich ist die Unterstützung eine Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit, auf der der Markt seit vielen Jahren beruht“, erklärt Norbert Sebastian.

Sachsenlotto-Geschäftsführer Frank Schwarz verweist auf die lange Geschichte der Veranstaltung: „Der Dresdner Graphikmarkt verbindet künstlerische Vielfalt, ehrenamtliches Engagement und eine lange Dresdner Tradition. Mit unserer Möglichmacher-Initiative möchten wir genau dieses Engagement sichtbar machen und den Verein dabei unterstützen, seine Arbeit fortzuführen.“

Originalkunst muss nicht teuer sein

Der Dresdner Graphikmarkt richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die bislang wenig mit Kunst zu tun hatten. Bei der Presseveranstaltung wurde deutlich, wie unterschiedlich die angebotenen Arbeiten und ihre Preise sind.

Kunstpostkarten gibt es bereits für etwa 1,50 Euro. Für Originalgrafiken liegen die Preise häufig zwischen knapp 100 und 300 bis 400 Euro. Einzelne Werke können auch rund 1.000 Euro kosten. Der Preis hängt unter anderem von der Technik, der Auflage und davon ab, ob es sich um ein Unikat handelt.

Für den diesjährigen Graphikmarkt wurden außerdem besondere Editionen geschaffen. Ein signierter und nummerierter Linolschnitt von Philipp Haucke wird als Veranstaltungsplakat für 20 Euro angeboten. Zwei weitere Editionen mit Farbholzschnitten von Friederike Curling-Aust und Peter Zaumseil kosten jeweils 40 Euro pro Blatt.

Wer mehr entdecken möchte, kann sich in der sogenannten Mappenvorlage weitere Arbeiten zeigen lassen. Dort befinden sich Grafiken, für die auf den Ausstellungstischen und an den Wänden kein Platz ist.

Auch das Handwerk soll erlebbar werden. Der Künstler Harald Alff demonstriert an beiden Veranstaltungstagen den Farbholzschnitt. Studierende der Hochschule für Bildende Künste Dresden stellen gemeinsam mit ihrem Werkstattleiter Conrad Seyfarth die Entstehung von Radierungen und Holzschnitten vor.

Harald Marx wirbt für die Begegnung mit Kunst

Mit Professor Harald Marx hat Sachsenlotto einen Kunsthistoriker als Möglichmacher gewonnen, der die Dresdner Kunstlandschaft seit Jahrzehnten kennt. Marx leitete von 1991 bis 2009 die Gemäldegalerie Alte Meister und ist dem Graphikmarkt seit vielen Jahren verbunden.

Bei der Presseveranstaltung ging es deshalb auch um die Frage, wie Menschen einen Zugang zu Kunst finden. Marx und Norbert Sebastian rieten dazu, zunächst den eigenen Geschmack entscheiden zu lassen. Entscheidend sei weniger, ob ein Werk später im Wert steigt, sondern ob es seinen Betrachter beschäftigt und in Erinnerung bleibt.

Sebastian berichtete von jungen Besuchern, die sich beim ersten Rundgang noch nicht zum Kauf entschließen und später zurückkehren. Manchmal sei die gewünschte Grafik dann bereits verkauft.

Harald Marx erinnerte daran, dass Kunst Menschen auch irritieren dürfe. Sie müsse nicht jedem gefallen. Gerade darin liege ein wesentlicher Teil ihrer Wirkung.

Vom DDR-Künstlertreffen zur Dresdner Institution

Die Geschichte des Dresdner Graphikmarktes begann am 29. und 30. Mai 1976 im damaligen Klubhaus „Rudi Arndt“. Schon bei der Premiere präsentierten 71 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten. Nach einer zweiten Veranstaltung 1977 gab es zunächst eine längere Unterbrechung. Erst 1984 wurde die Tradition wieder aufgenommen.

Der Graphikmarkt überstand die politische Wende und entwickelte sich zu einer festen Veranstaltung der Dresdner Kunstszene. Seit 2012 kümmert sich der eigens gegründete Dresdner Graphikmarkt e. V. um seine Fortführung. Deshalb wird 2026 zwar das 50-jährige Bestehen gefeiert, aber erst der 45. Graphikmarkt veranstaltet.

Zum Jubiläum erinnern zwei Ausstellungen in der Zentralbibliothek im Kulturpalast an die Geschichte und das Handwerk. Noch bis zum 31. Oktober 2026 zeigt eine Posterschau historische Fotos, Plakate und Dokumente aus fünf Jahrzehnten. Eine weitere Ausstellung zu grafischen Techniken ist bis zum 31. Dezember 2026 zu sehen.

Der 45. Dresdner Graphikmarkt öffnet am Samstag, 14. November, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 15. November, von 10 bis 16 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Die Ausstellungsräume sind barrierefrei erreichbar. Informationen zu den teilnehmenden Künstlern und den angebotenen Arbeiten finden Interessierte auf www.dresdner-graphikmarkt.de.

Die Sachsenlotto-Möglichmacher-Initiative besteht seit 2022. Monatlich können ausgewählte Persönlichkeiten einen gemeinnützigen Verein oder eine Initiative mit 5.000 Euro unterstützen. Auch in Dresden wurden bereits mehrere Projekte gefördert. So engagierte sich Schauspieler Tom Pauls mit Sachsenlotto für die Sanierung des Keppgrund-Wanderwegs in Pillnitz.