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2,9 Milliarden Euro und 54.000 Jobs: Wie Dresden um seine wichtigste Branche kämpft

Dr. Christoph Ploß steht im Anzug zwischen Jana Niehoff und Sindy Vogel auf einer Wiese vor einem grünen Zaun. Im Hintergrund ist die Stadt Meißen mit der Albrechtsburg und dem Meißner Dom unter bedecktem Himmel zu sehen.
Jana Niehoff (l., Winzergenossenschaft Meissen), Tourismuskoordinator Dr. Christoph Ploß (m.) und Sindy Vogel (r., Tourismusverband Elbland Dresden) werben vor der Kulisse Meißens für engere regionale Zusammenarbeit im Tourismus. Foto: meeco Communication Services
Von: Dresden News
Der Tourismus-Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, war in Dresden und im Elbland unterwegs. Die Branche nutzte den Besuch, um auf ihre Milliardenumsätze und ihre größten Bremsen aufmerksam zu machen, allen voran Bürokratie und starre Arbeitszeiten.

Dresden. Sightseeing in der Altstadt, eine Weinprobe auf Schloss Wackerbarth, die Porzellan-Manufaktur in Meißen und die Rückfahrt per Schiff über die Elbe. So einen Tag verkauft die Region ihren Gästen. Für genau dieses Zusammenspiel warb der Tourismusverband Dresden (TVDD) bei einem prominenten Besucher. Christoph Ploß (CDU), seit 2025 Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, war vergangene Woche in Dresden und im Elbland unterwegs. Begleitet wurde er unter anderem von Diana Maatz, der stellvertretenden TVDD-Vorsitzenden, dazu von Vertreterinnen der Dresden Marketing GmbH, des Landestourismusverbandes Sachsen und des Tourismusverbandes Elbland.

Die Stationen führten nach Radebeul und Meißen, zu Schloss Wackerbarth, der Manufaktur MEISSEN und der Sächsischen Winzergenossenschaft. Für Maatz war die Tour mehr als Sightseeing. Der Verband will Dresden und das Umland enger verzahnen. „Unsere Gäste denken nicht in Stadt- oder Landkreisgrenzen", sagt Maatz. Wer nach Dresden komme, fahre oft weiter ins Elbland, umgekehrt sei die Stadt für viele Elbland-Gäste kein selbstverständlicher Teil der Reise. Deshalb müsse die Branche stärker als eine Region denken.

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2,9 Milliarden Euro und 54.000 Jobs

Wie viel wirtschaftlich am Tourismus hängt, zeigen Zahlen des Forschungsinstituts dwif aus dem Jahr 2023. Dresden und das Elbland kommen zusammen auf einen Bruttoumsatz von rund 2,9 Milliarden Euro. Rund 45.000 Arbeitsplätze in Dresden und weitere 9.000 im Elbland hängen den Angaben zufolge direkt vom Tourismus ab. Auf Dresden allein entfielen 2023 etwa 2,46 Milliarden Euro, auf das Elbland 427 Millionen. Für das Elbland nennt der Landkreis Meißen zudem 44,7 Millionen Euro an tourismusbedingten Steuereinnahmen.

Den direkten Draht zu Ploß nutzte Maatz vor allem für zwei Anliegen. Der bürokratische Aufwand sei zu hoch, die Arbeitszeiten zu starr. Hotels, Gastronomie und Veranstalter arbeiteten mit schwankender Auslastung, an Abenden und an Wochenenden und bräuchten praxistauglichere Regeln. Die Anfang 2026 beschlossene Nationale Tourismusstrategie greift beides auf, den Bürokratieabbau und den Wechsel von einer täglichen zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Diese Umstellung ist politisch umstritten, Gewerkschaften warnen vor längeren Arbeitstagen. „Das Gespräch mit Dr. Ploß fand auf Augenhöhe statt", sagt Maatz.

Auch die Elbe soll Tourismus bleiben

Ein Thema war zudem die Elbe. Für Dresden und das Elbland ist der Fluss nicht nur Kulisse, sondern selbst Reiseanlass. Der Verband verweist auf die Weiße Flotte Sachsen mit ihren neun historischen Raddampfern, nach eigenen Angaben die älteste und größte Raddampferflotte der Welt. Bei der Unterhaltung der Bundeswasserstraßen solle der Bund neben der Güter- und Berufsschifffahrt auch den Tourismus mitdenken.

„Tourismus ist keine schöne Nebensache, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Dresden und das gesamte Elbland", so Maatz. Die Branche wolle ihre Belange bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt sehen.

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