Dresden-Johannstadt: Am Stadtteilhaus entsteht ein grüner Boulevard
Dresden. Zwischen Bundschuh- und Pfeifferhannsstraße schließt die Stadt die letzte Lücke in der Erneuerung der Nördlichen Johannstadt. Aus dem Stück der ehemaligen Blumenstraße, heute eher Rückseite von Konsum und Aldi, wird eine begrünte, verkehrsberuhigte Straße direkt neben dem Stadtteilhaus. Am Montag, 31. August, beginnen die Bauarbeiten, fertig sein soll alles bis Ende Juni 2027. Den Auftrag für Straßen-, Tief- und Landschaftsbau hat die Firma Frauenrath aus Großröhrsdorf erhalten.
Grüner Boulevard nach dem Vorbild der Lili-Elbe-Straße
Die neue Straße orientiert sich an der nicht weit entfernten Lili-Elbe-Straße, die seit ihrem Umbau bis in warme Sommernächte gut besucht ist. Der mittlere Abschnitt bleibt Fußgängern und Radfahrern vorbehalten, Autos können nicht durchfahren. So entsteht keine Abkürzung parallel zur Pfotenhauerstraße. Entlang der Strecke pflanzt die Stadt 22 Bäume, dazu kommen Bänke, eine kleine Parkanlage mit Spielflächen und eine Tischtennisplatte. Aus dem Stadtteilhaus führt künftig ein direkter Ausgang auf die Grünfläche. Das Regenwasser der Straße sammelt eine Mulde im Grünen.
Baubürgermeister Stephan Kühn ordnet das Projekt so ein: „Mit der Wiederherstellung der ehemaligen Blumenstraße und den Grünanlagen am Stadtteilhaus entsteht ein neuer grüner Boulevard. So wird das neue Stadtteilhaus auch städtebaulich zum Herz des Stadtteils." Über die Gestaltung haben Anwohner und der Stadtbezirksbeirat mitentschieden. Von drei geprüften Varianten setzte sich die durch, die den Durchgangsverkehr aussperrt.
Drei Abschnitte von der Anliegerstraße bis zum Stadtteilhaus
Die Straße gliedert sich in drei Teile. An der Bundschuhstraße entsteht eine Anliegerstraße mit Wendehammer, sie erschließt das Grundstück Pfotenhauerstraße 5. Der mittlere Teil wird barrierefrei gebaut. An der Pfeifferhannsstraße wird das Stadtteilhaus erschlossen, samt Fahrradbügeln. Vor dem Eingang kommt die zwölfte und letzte Stele des Projektes „Johannstadt auf Tafeln" dazu.
Wenige Stellplätze, Ersatz gibt es seit 2023
Die neue Straße bekommt nur wenige Stellplätze: sechs an der Bundschuhstraße und rund acht bis zehn am Stadtteilhaus. Der große Wegfall öffentlicher Parkplätze liegt aber schon länger zurück. Als 2023 der Bau des Stadtteilhauses begann, fielen auf dem Platz rund 120 öffentliche Stellplätze weg. Die Stadt organisierte damals Ersatz im Umfeld und sprach mit den örtlichen Wohnungsunternehmen, darunter Vonovia. Ein Beispiel, das bis heute funktioniert: Aldi lässt Anwohner nachts auf dem Parkdeck des Marktes stehen.
Was der Umbau kostet
Die Bauarbeiten kosten rund 2,13 Millionen Euro. Bund und Freistaat geben rund 625.000 Euro aus der Städtebauförderung dazu. Weitere rund 400.000 Euro für die Straßenbäume und die Begrünung samt dreijähriger Pflege kommen aus dem KfW-Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen", das 80 Prozent übernimmt. Den übrigen Anteil trägt die Stadt aus eigenen Mitteln, die trotz der angespannten Haushaltslage bereitstehen. Parallel erneuern SachsenEnergie, die Stadtentwässerung, die Deutsche Telekom und Vodafone die Leitungen im Boden, dazu kommen Arbeiten an der Fernwärme und eine durchgehende Beleuchtung.
Letzte Maßnahme im Fördergebiet, weitere Projekte über EU-Mittel
Mit dem Umbau endet die Bund-Land-Städtebauförderung in der Nördlichen Johannstadt, abgerechnet wird das Gebiet 2027. Andere Vorhaben laufen weiter. Über die EU-Förderung stehen nach Angaben der Stadt rund 7 Millionen Euro für die Johannstadt bereit, geplant sind unter anderem ein Abenteuerspielplatz und eine zusätzliche Querung Richtung Elbe.
Einen Namen hat die neue Straße noch nicht. Blumenstraße soll sie nicht mehr heißen, weil die historische Blumenstraße vor dem Krieg anders verlief. Über die Benennung entscheidet später ein eigenes Verfahren. An der letzten Tafel am Stadtteilhaus können Besucher dann nachlesen, was hier einmal stand: die Blumenstraße und die Blumensäle, ein Ball- und Gaststättensaal des alten Viertels.