Dresden. Wenige Tage vor der Stadtratsentscheidung zur Carolabrücke drehen die Grünen dem Oberbürgermeister seine eigenen Zahlen um. Aus der Kostenauskunft, die Dirk Hilbert der Fraktion auf Anfrage geschickt hat, rechnet ihr finanzpolitischer Sprecher Torsten Hans vor, dass die vier statt zwei Autospuren der geplanten Brücke über die Kreditlaufzeit rund 10 Millionen Euro allein an Zinsen kosten.
Was die Stadt bislang rechnet
In seiner Antwort nennt Hilbert eine Gesamtsumme von 138,2 Millionen Euro, festgelegt ist der Siegerentwurf dabei noch nicht. Finanziert werden soll der Bau über den Dresdner Brückenfonds, dafür will die Stadt zwischen 2027 und 2029 einen Kredit aufnehmen. Kalkuliert wird mit einem eher vorsichtig angesetzten Zinssatz von 3 Prozent und einer Laufzeit von rund 22 Jahren.
Weil das Darlehen in Tranchen abgerufen wird, fällt die höchste Zinslast nach Hilberts Angaben 2030 an, mit 2,64 Millionen Euro. Ab 2031 sinkt sie und liegt dann bei 2,49 Millionen Euro. Endgültig ist das alles noch nicht. Die Kreditaufnahme braucht einen Beschluss des Stadtrats und die Genehmigung der Rechtsaufsicht, mit Banken hat die Stadt noch nicht verhandelt. Für den ÖPNV-Anteil und die Gleise will Dresden Fördermittel des Bundes beantragen.