Dresden. Samuel Kochs Verbindung zu Dresden beginnt bei seiner Großmutter. 1930 kam sie hier zur Welt und wohnte an der Bürgerwiese. Am Sonntag war ihr Enkel selbst in der Stadt zu Gast. Auf Schloss Albrechtsberg nahm der Schauspieler, Autor und Redner den 27. Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden entgegen. Ausgezeichnet wurde er für sein öffentliches Eintreten für ein respektvolles Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung und für seinen Mut, der andere in schwierigen Lebenslagen inspiriert.
Seit 2010 gelähmt, zurück im Beruf
Koch ist seit seinem Unfall bei einer "Wetten, dass..."-Sendung im Jahr 2010 vom Hals abwärts gelähmt. Sein Schauspielstudium schloss er 2014 mit Diplom ab und arbeitet seitdem in dem Beruf. „Die Auszeichnung mit dem Erich-Kästner-Preis hat mich freudig überrascht", erklärte Koch. Er wolle den Schmerz anderer sehen, und dass der Presseclub das nun seinerseits sehe, tue gut.
Preisgeld für ein neues inklusives Ensemble
Wie alle Preisträger gibt Koch das Preisgeld von 10.000 Euro weiter. Eine Hälfte geht an den Dresdner Verein farbwerk, der seit 20 Jahren Menschen mit und ohne Behinderung Zugang zu Kunst verschafft. farbwerk baut im Jubiläumsjahr das erste professionelle Ensemble in Sachsen für Darstellerinnen und Darsteller mit Lernschwierigkeiten auf. Mindestens zwölf von ihnen sollen dort einen festen Arbeitsplatz bekommen, bislang arbeiten viele in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Die andere Hälfte fließt an Kochs eigenen Verein „Samuel Koch und Freunde", den er 2019 gründete. Der Verein unterstützt Menschen, die anderen in Notlagen beistehen und sich dabei selbst verausgaben, Koch nennt das „Hilfe für Helfer". Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine hilft der Verein außerdem, Menschen mit Behinderung zu evakuieren, unterzubringen und zu betreuen. Viele der Geflüchteten holte Kochs Mutter Marion Koch mit Helfern in Bussen selbst aus einer umkämpften Region.
