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178 Minuten Chaos & Notausstieg: Züge nach Dresden gestoppt

Zweiteilige Collage: Links eine durch Steinwurf völlig zersplitterte Scheibe eines rot-weißen Zuges. Rechts die Seitenansicht eines S-Bahn-Wagons mit Einschlagloch im Fensterglas.
Gefährlicher Eingriff am Bahnhof Großröhrsdorf: Unbekannte bewarfen die S8 mit Steinen und blendeten den Lokführer. Trotz gesplitterter Scheiben und Schäden blieben Insassen unverletzt. Die Bundespolizei sucht nun Zeugen. Foto: Bundespolizei Dresden
Zwei Züge fielen komplett aus, Reisende mussten mitten in der Nacht auf Taxis ausweichen. Was hinter dem gezielten Anschlag am Bahnhof Großröhrsdorf steckt.

Dresden. Am Bahnhof Großröhrsdorf haben Unbekannte am Freitagabend eine S-Bahn angegriffen. Gegen 20.53 Uhr wurde der Fahrer der aus Kamenz kommenden S8 bei der Einfahrt mit einer Taschenlampe geblendet, fast zeitgleich flogen Steine gegen den Zug. Der Lokführer leitete sofort eine Gefahrenbremsung ein.

Die acht Fahrgäste und das Zugpersonal blieben unverletzt. Die Steine beschädigten zwei Scheiben und mehrere Seitenwände, wie hoch der Sachschaden ist, steht noch nicht fest. Die Reisenden kamen mit Taxis weiter nach Dresden.

178 Minuten Verspätung: Folgen für den Bahnverkehr

Der Angriff legte den Betrieb auf der Strecke zeitweise lahm. Zwei Züge fielen ganz aus, zwei weitere teilweise, zwei mussten umgeleitet werden. Unterm Strich summierten sich die Verspätungen auf 178 Minuten.

Die Bundespolizeiinspektion Dresden ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Darauf steht nach Paragraf 315 des Strafgesetzbuchs Freiheitsstrafe, in schweren Fällen bis zu zehn Jahre.

Bundespolizei bittet um Hinweise

Die Ermittler suchen Zeugen. Wer am Freitagabend gegen 20.53 Uhr am Bahnhof Großröhrsdorf verdächtige Personen beobachtet hat oder etwas zum Tathergang sagen kann, soll sich melden. Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Dresden unter 0351 815020 entgegen, ebenso jede andere Polizeidienststelle.