Die Jungvögel kletterten an den Nest-Rand, um der Hitze in ihrem Domizil zu entkommen - und stürzten ab. Während der Hitzewelle Ende Juni gerieten auf diese Weise hunderte junge Wildvögel in Sachsen in Not.
Bei Corinna Heinrich steht seitdem das Telefon nicht mehr still. Aus Nestern gesprungene Mauersegler und andere geschwächte Jungvögel füllen die Vogel- und Igelpflegestation in Bad Elster im Vogtland. Die Tiere müssen tagsüber alle paar Stunden gefüttert werden. Bundesweit seien viele Wildtierpflegestationen voll belegt oder stünden kurz vor einem Aufnahmestopp, berichtet Heinrich.
Die Extrem-Hitze jüngst habe «das Fass zum Überlaufen gebracht», erklärt Heinrich. Rund 50 Mauerseglerküken hat sie in den vergangenen Tagen aufgenommen. Dabei seien die meist privat betriebenen und fast ausschließlich über Spenden finanzierten Wildtierpflegestationen ohnehin schon am Limit gewesen. «Immer mehr geben auf.» Die zeitaufwendige Pflege sei für viele neben Beruf, Familie und gesundheitlichen Belastungen nicht mehr zu schaffen gewesen.