Fliegen gehört heute zum Alltag der Menschen. Wir fliegen in den Urlaub, auf Geschäftsreise oder besuchen die Verwandtschaft in Übersee. Doch Flugzeuge verbrennen enorme Mengen Kerosin und belasten damit das Klima. Forschende der Technischen Universität Dresden (TUD) suchen nach Lösungen, wie es besser geht. Dafür haben sie jetzt am Flugplatz Kamenz in der Lausitz ein neues Forschungsflugzeug in Betrieb genommen.
Das Besondere an diesem Flugzeug ist sein Zweck. Es ist kein Passagier- und kein Transportflugzeug, sondern ein fliegendes Testlabor. An Bord lassen sich neue Antriebe erproben, zum Beispiel elektrische Motoren, Wasserstoffantriebe oder Kombinationen aus beidem. Bisher wurden solche Technologien vor allem am Boden getestet. Jetzt können Wissenschaftler untersuchen, wie sie sich unter echten Bedingungen in der Luft verhalten.
Kamenz wird zum Luftfahrt-Knotenpunkt
Weltweit wird an klimafreundlichen Flugantrieben geforscht, etwa mit Strom oder Wasserstoff. Viele Tests finden bisher jedoch nur am Boden statt. Das Dresdner Forschungsflugzeug ermöglicht erstmals Versuche unter realen Flugbedingungen. Bis zur breiten Anwendung ist es dennoch ein weiter Weg. Technische Fragen und Infrastruktur sind noch offen. Das Projekt FoFlu ist daher ein wichtiger Zwischenschritt. Es wird mit 4,6 Millionen Euro gefördert, finanziert von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen. Das Flugzeug selbst kostete rund drei Millionen Euro.
Der Flugplatz Kamenz soll künftig mehr sein als ein Startpunkt für Testflüge. Er entwickelt sich zum Mittelpunkt einer neuen Luftfahrtforschungsregion in Ostdeutschland. Dafür wurde die Plattform OST4Aviation gegründet, die Wissenschaft und Industrie enger zusammenbringen soll. Geplant ist außerdem eine eigene Tankstelle für nachhaltige Flugkraftstoffe und Wasserstoff direkt vor Ort. Fliegen soll eines Tages ohne fossile Brennstoffe wie Kerosin möglich sein. Die Testflüge liefern dafür wichtige Daten.