25 Jahre nach dem ersten NSU-Mord fordert die Tochter des Opfers Enver Şimşek, die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe aus einem Neonazi-Aussteigerprogramm herauszunehmen. «Sie hatte genügend Zeit, aufzuklären, zu sprechen», sagte Semiya Şimşek der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. «Sie hat immer noch Kontakt zu Rechten. Da kann mir niemand erzählen, dass sie aussteigen will.»
Şimşek hat zusammen mit den Töchtern von zwei weiteren NSU-Opfern eine Petition gegen die Aufnahme Zschäpes in das Aussteigerprogramm gestartet. Dies sei noch einmal ein Schlag ins Gesicht für die Opferfamilien gewesen, sagte Şimşek. Diese hatten lange auf die Aufklärung der Taten warten müssen und gerieten dabei zum Teil selbst ins Visier der Ermittler. Vollständig aufklärt sei der NSU-Komplex bis heute nicht, sagte Şimşek.