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Maya-Codex und Torah in Dresdner Ausstellung vereint

Maya-Codex und Torah in Dresdner Ausstellung vereint
Der gut 800 Jahre alte Maya-Codex gehört zu den wertvollsten Schriften der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek. (Archivbild) / Foto: picture alliance / dpa
Von: DieSachsen News
In Dresden treten zwei bedeutende Schriften in einen Dialog: der Maya-Codex und die Torah. Die Maya-Handschrift ist eine von nur vier erhalten gebliebenen Exemplaren, die Torah entsteht gerade neu.

In Dresden sind zwei bedeutende Schriften der Kulturgeschichte jetzt in einer Ausstellung vereint. Unter dem Titel «Weltlinien der Schrift. Der "Maya Codex" und eine Torah für Dresden» zeigen die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB), das Stadtmuseum Dresden und die Jüdische Kultusgemeinde Schriften aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Schau lenkt Blick auf Gemeinsamkeiten

«Der Maya Codex und die Torah-Rolle zeigen, dass Menschen an unterschiedlichen Orten ähnliche Fragen nach Ursprung, Zeit, Ordnung und ihrer Stellung in der Welt gestellt haben», betonte Kuratorin Jahna Dahms. Die Ausstellung lenke den Blick bewusst auf Gemeinsamkeiten. 

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In Dresden entsteht derzeit eine Torah-Rolle live

Die Schau begleitet das öffentliche Schreiben einer Torah – auch Tora oder Thora – im Schreibpavillon vor dem Stadtmuseum Dresden und richtet den Blick auf Schrift als religiöse und kulturelle Praxis, hieß es. Die Ausstellung ist im Buchmuseum der SLUB bis 5. August bei freiem Eintritt zu sehen. 

Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch sprach von einem besonderen Moment für die Stadt: Besucher könnten «wertvollen Handschriften zweier Religionsgemeinschaften in der SLUB erleben und anhand der originalen Überlieferungen mehr zur Entstehung und Nutzung» erfahren. 

Ausstellung im Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 

SLUB-Generaldirektorin Katrin Stump verwies auf hebräische Handschriften aus dem 13. bis 18. Jahrhundert und jüdische Drucke im Bestand der Bibliothek, teils aus der Kurfürstlichen Bibliothek. Zum «Jahr der jüdischen Kultur» in Sachsen seien bedeutende Stücke nun wieder im Original zu sehen.

Anhand von Dokumenten wie Torah, Machsor und Haftarah vermittelt die Schau nach Angaben der Veranstalter jüdische Kultur und religiöse Praxis in Vergangenheit und Gegenwart. Neben einer historischen Torah aus dem 18. Jahrhundert sind auch Abschnitte der neu entstehenden Rolle zu sehen. Schreiber Joshua Dias ist zur Eröffnung live dabei.

Der Dresdner Maya-Codex gilt als am besten erhaltene der vier bekannten Maya-Handschriften weltweit. Er entstand zwischen etwa 1300 und 1521 auf der Halbinsel Yucatán und besteht aus 39 ursprünglich als Leporello gefalteten Blättern aus Rindenbast, die in 2 Streifen mit einer Gesamtlänge von 3,56 Meter zwischen Glasplatten in der Schatzkammer des Buchmuseums der SLUB ausgestellt sind. 

Der Codex enthält unter anderem Ritual- und Weissagungskalender, astronomische Tafeln und Götterdarstellungen.

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