Nach jahrelangem Streit um seinen Standort hat ein Altar von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) aus dem Dom von Naumburg in Sachsen-Anhalt vorübergehend Exil in Rom gefunden. Das im 16. Jahrhundert schwer beschädigte Kunstwerk, das der Leipziger Maler Michael Triegel vor einigen Jahren wieder vervollständigte, steht nun in einer Kirche direkt neben dem Petersdom. Dort soll es bis Herbst 2027 bleiben - in der Hoffnung, dass bis dahin in Deutschland eine Lösung für den Streit gefunden ist.
Der Cranach-Triegel-Altar sorgt schon seit Jahren für Diskussionen. Eigentlich ist seine Heimat der evangelische Naumburger Dom, der unter dem Schutz des Unesco-Weltkulturerbes steht. Einige Experten sind jedoch der Ansicht, dass der modernisierte Altar im Westchor des Kirchenbaus die Sicht auf die hochmittelalterlichen Stifterfiguren beeinträchtigt. Befürchtet wird sogar, dass der Dom deshalb seinen Unesco-Titel verlieren könnte.