Andere zieht es dahin, wo es schön warm ist. Izelle Swanepoel kam nach Deutschland, weil es hier so schön kühl sein kann. Die Frage im heiteren Beruferaten wäre also: was macht die Frau aus Südafrika, dass sie genau so denkt? Joker-Tipp: mit dem englischen Begriff cool climate kommt man der Wahrheit näher. Und richtig: Izelle ist die neue Kellermeisterin beim Weinhandwerk in Meißen. Im Januar hat sie angefangen, nachdem der bisherige Kellermeister den Betrieb verlassen hatte – also mitten in der Reifezeit des aktuellen Jahrgangs, den sie jetzt bis zur Füllung auf die Flaschen begleitet.
Izelle Swanepoel hat am Elsenburg Agricultural Training Institute (in Zusammenarbeit mit der Universität Stellenbosch studiert und dort ihren Bachelor-Abschluss in Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Kellereitechnik erworben. „Es handelt sich um einen sehr spezialisierten und renommierten Studiengang, dessen Schwerpunkt auf Weinbau und Önologie liegt“, sagt sie – und der Hinweis auf die Möglichkeit, den ersten eigenen Weine im großen, gut ausgestatteten Studentenkeller zu keltern, ist ja auch nicht ganz unwichtig. Nun steht sie also im sehr großen und ebenfalls gut ausgestatteten Keller in Zadel, in dem je nach Ernte bis zu 200.000 Flaschen Wein pro Jahr reifen. Die meisten gehen in den Lebensmitteleinzelhandel (Kaufland, Edeka, Rewe z.B.), die kleinere und wertigere Line „Gründerzeit“ ist der Gastronomie und dem Weinfachhandel vorbehalten.