Der Weg von Dresden nach Wachau sind es etwas über 16 km (Luftlinie), vom gleichen Punkt am Theaterplatz bis in die Wachau etwa 321 km – natürlich auch Luftlinie. Da fahren wir doch lieber nach Wachau und lassen uns die Getränke aus der Wachau bringen bzw. (wenn schon, denn schon) servieren. Das funktioniert im Rahmen der Kochsternstunden ganz gut, denn im erst vergangenen November wieder eröffneten Gasthof zum Anker (Wachau, Sachsen) ein Menü in vier Gängen, bei dem die Getränkebegleitung aus Österreich kommt – nicht nur, aber auch aus der Wachau. Dass mit Conrad Schröpel ein gebürtiger Zittauer den Service leitet, der 14 Jahre in Wien in einem Boutiquehotel mit eigener (guter!) Weinbar gearbeitet hat – davon fast zehn als Manager des Hauses –, rundet das Erlebnis ab: Wachau-Urlaub quasi, allumfassend.
In der Küche steht Robert Müller, dessen Partnerin Anja Sperling das Gasthaus das Gasthaus (inklusive Sieben-Zimmer-Boutiquehotel und Event-Locations von Gewölbekeller bis Ballsaal) gepachtet hat. Gastro-Erfahrung haben beide, die nötige Gelassenheit bringen sie mit und schauen optimistisch in die Zukunft – eine Haltung, für die man ja fast einen Sonderpreis ausschreiben müsste! Aber so lange es den nicht gibt, konzentrieren wir uns aufs Essen und die Getränke des Kochsternstundenmenüs. Wir sind zu zweit an einem Sonntagmittag da und lernen die Bandbreite des Publikums im Dorfgasthof kennen – aber der Spagat zwischen Würzfleisch und Steak au Four auf der einen Seite und einem Vier-Gang-Menü mit der Wahl, es auch problemlos komplett vegetarisch zu bestellen, scheint aufzugehen, denn viele Tische sind belegt. Und ganz nebenbei: das Steak au Four kommt vom Strohschwein, was auf Qualitätsdenken auch jenseits der feineren Küche schließen lässt. Als Wanderrast vielleicht nicht mal eine schlechte Idee…