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Chance für neue Therapien: Ausbau der Kinder-Biobank

DNA-Isolation aus einer Gewebeprobe: Die BioBank Dresden bereitet biologisches Material für die medizinische Forschung auf. © UKDD
Grundlage für neue Therapien: In der BioBank Dresden am Uniklinikum wird DNA aus Gewebeproben gewonnen und ausgewertet. © UKDD
Von: Wissensland
Blut, Urin, Gewebeproben: Die BioBank Dresden am Uniklinikum lagert biologisches Material tiefgefroren ein, um die Medizin von morgen voranzubringen. Seit 2022 auch von Kindern und Jugendlichen. Ein neues Forschungsprojekt nutzt diese Proben, um beispielsweise Long COVID bei Kindern besser zu verstehen.

Seltene Erkrankungen, Long COVID oder andere chronische Beschwerden bei Kindern geben Forschenden noch viele Rätsel auf. Um sie besser zu verstehen, braucht die Wissenschaft vor allem eines: biologische Proben und medizinische Daten. Die BioBank Dresden am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus baut deshalb ihr Engagement für Kinder und Jugendliche aus.

Seit 2008 lagert die Einrichtung in der Dresdner Johannstadt biologische Proben ein. Blut, Gewebe oder Urin werden dort bei Temperaturen von unter minus 180 Grad Celsius gelagert. So bleiben sie über viele Jahre für die Forschung erhalten. Perspektivisch ist Platz für fünf Millionen Proben. Aktuell sind 220.000 hinterlegt. Seit 2022 kommen auch Proben von Kindern und Jugendlichen dazu.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Viele Krankheiten verlaufen bei ihnen anders, Medikamente wirken teilweise anders und manche Erkrankungen treten nur im Kindesalter auf. Für die Forschung sind deshalb eigene Daten und Proben notwendig. Gleichzeitig ist die Arbeit mit Kinderproben komplizierter als bei Erwachsenen. Die Mengen sind oft winzig, die Aufbereitung aufwendig.

"Indem wir jetzt auch Bioproben von Kindern und Jugendlichen aufnehmen, schaffen wir Möglichkeiten für unsere forschenden Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Wissenschaftler, neue diagnostische und therapeutische Wege für diese Patientengruppe einzuschlagen", sagt Dr. Heidi Altmann, Sprecherin der BioBank Dresden.

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Forschen ohne Einverständnis geht nicht

Ohne Zustimmung läuft nichts. Eltern müssen einer Probenspende zustimmen. Aber auch die Kinder selbst werden informiert und gefragt. Dabei hilft ein neuer Animationsfilm, den das German Biobank Network gemeinsam mit dem DZKJ-Standort Dresden entwickelt hat. Denn die Universitätsmedizin Dresden ist einer von sieben Standorten des neu gegründeten Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ).

Der Film erklärt kindgerecht, was mit den Proben passiert und wie persönliche Daten geschützt werden. "Er Film hilft Kindern und Familien dabei, eine informierte und freiwillige Entscheidung zu treffen", sagt Prof. Reinhard Berner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Dresden.

Long COVID im Fokus: Proben sogar von zu Hause

Ein erstes großes Forschungsprojekt zeigt, wofür die Proben genutzt werden. PEDNET-LC heißt das Netzwerk, gefördert vom Bundesgesundheitsministerium. Es widmet sich Erkrankungen, die nach Infektionen auftreten, etwa Long COVID oder dem Chronischen Fatigue-Syndrom. Das sind Zustände, bei denen Betroffene nach einer Erkrankung über Monate erschöpft und krank bleiben.

"Ziel von PEDNET-LC ist es, neue Versorgungsstrukturen und Forschungsergebnisse bei postinfektiösen Erkrankungen wie Long COVID bei Kindern und Jugendlichen aufzubauen und zu ermöglichen", sagt PD Dr. Nicole Töpfner, Co-Leiterin des Netzwerkes. An 20 Zentren bundesweit werden Blut, Urin, Haarproben sowie Nasen- und Rachenabstriche gesammelt.

Eine Besonderheit gibt es dabei. Wer zu krank ist, um eine Klinik aufzusuchen, kann mit speziellen Selbstabnahme-Kits auch von zu Hause mitmachen. Biobanken gelten heute als eine der wichtigsten Grundlagen moderner Medizin. Je mehr Proben und Daten zur Verfügung stehen, desto besser lassen sich Ursachen von Krankheiten erforschen und neue Therapien entwickeln.

Die Proben sollen helfen, neue Biomarker zu finden. Das sind messbare Hinweise im Körper, die auf eine Krankheit oder bestimmte Krankheitsprozesse hindeuten können. Langfristig hoffen die Forschenden, auf dieser Grundlage gezieltere Therapien entwickeln zu können.

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