In Dresden wollen die World Transplant Games auf das Thema Organspende aufmerksam machen. Das besondere Event zeige, was man mit einer Organspende erreichen kann, sagte Axel Rahmel, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Man könne sehen, «wie die Sportlerinnen und Sportler das Geschenk des neuen Lebens annehmen und versuchen, das Beste zu erreichen.» Rahmel erhofft sich von den speziellen Weltmeisterschaften eine Signalwirkung: Die Menschen könnten sehen, was man mit einer Spende über den Tod hinaus Gutes tun könne.
Lange Wartezeiten für Patienten
Professor Eberhard Schollmeyer vom Verein TransDia Sport hat vor rund 40 Jahren selbst ein Spenderorgan erhalten. Er habe damals drei Monate auf eine Niere gewartet und alles sei auch für die damalige Zeit«sehr schnell» gegangen. «Inzwischen sind es etwa zehn Jahre.». Um für das Thema zu sensibilisieren, habe sich der internationale Verband der World Transplant Games Federation entschieden, die Wettkämpfe erstmals in Deutschland auszutragen.
Schollmeyer kritisierte die Organspendepolitik in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern als rückständig. «Wenn der Rest der Welt eine Organspendepolitik wie Deutschland machen würde, wäre die Hälfte der angereisten Teilnehmer schon lange tot. Und wenn Deutschland eine Politik machen würde wie der Rest Europas, wäre die deutsche Mannschaft doppelt so groß», sagte Schollmeyer.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten