Der Sommer zeigte sich in den vergangenen Jahren immer wieder von seiner trockenen Seite. Niedrige Flusspegel oder gelbe Wiesen gehören an vielen Stellen zum sommerlichen Bild. Die Hitze hinterlässt in Sachsen und ganz Europa deutliche Spuren. Forschende der Universität Leipzig fanden nun wichtige Ursachen für die zunehmende Trockenheit.
Ein großer Teil der Austrocknung hängt mit veränderten Wetterlagen zusammen. Über Europa entstehen häufiger und länger anhaltende Hochdruckgebiete. Sie bringen stabiles, trockenes und heißes Wetter, während regenbringende Tiefdruckgebiete seltener werden. Nach Berechnungen der Forschenden erklären diese Wetterlagen rund 55 Prozent der zunehmenden Trockenheit in den europäischen Sommern.
Zukunft bleibt unsicher
Die Forschenden stellten außerdem fest, dass der Einfluss des Klimawandels auf die Bodenfeuchte von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfällt.
Besonders trocken werden Sommer, wenn nur wenig Regen fällt. Zwar regnet es insgesamt seltener. Wenn es regnet, fällt jedoch häufiger sehr viel Wasser auf einmal. In regenreicheren Jahren kann das die Austrocknung der Böden teilweise ausgleichen.
Ob die Trockenheit künftig zunimmt oder nachlässt, ist laut Erstautor Dr. István Dunkl offen. Entscheidend ist, ob der Klimawandel die veränderten Wetterlagen antreibt oder natürliche Klimaschwankungen dahinterstecken.
Dürreschäden kosten Europa im Schnitt rund neun Milliarden Euro jährlich. Die Erkenntnisse sollen helfen, Strategien für ein trockeneres Europa zu entwickeln. Zurzeit untersuchen die Leipziger Forschenden außerdem, wie der Klimawandel das Risiko von Waldbränden beeinflusst. Dabei schauen sie sich unter anderem die großen Brände in Spanien und Portugal im Sommer 2025 an.
Originalveröffentlichung:
Dunkl, I., Bastos, A. & Sippel, S. European summer drying largely driven by atmospheric circulation changes since the 1980s. Nat. Geosci. (2026).