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Radio Prag feiert Jubiläum - und muss um Zukunft bangen

Radio Prag feiert Jubiläum - und muss um Zukunft bangen
Till Janzer leitet die deutschsprachige Redaktion tschechischen Auslandssenders Radio Prag International. / Foto: Michael Heitmann/dpa
Von: DieSachsen News
Radio Prag kämpft ums Überleben: Nach fast 90 Jahren droht dem tschechischen Auslandssender und seinem deutschen Programm das Aus. Treue Hörer aus Ostdeutschland bangen mit.

Der tschechische Auslandssender Radio Prag International feiert mit einer Ausstellung sein bald 90-jähriges Bestehen. Doch die Zukunft ist angesichts angekündigter Kürzungen der neuen rechten Regierung unter dem Ministerpräsidenten und Milliardär Andrej Babis ungewiss. «Das würde wirklich bedeuten, dass die diesjährige 90. Saison sehr wahrscheinlich die letzte und abschließende wird, was sich niemand von uns wünscht», sagte der Generaldirektor des tschechischen Rundfunks, René Zavoral.

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Engagierte Hörer

Besonders viele treue Hörer habe man in Ostdeutschland, sagte Till Janzer, der Leiter der deutschsprachigen Redaktion. Man bekomme regelmäßig Post und lese in einer Hörersendung aus den Zuschriften vor. 

«Die Leute reagieren auf alle möglichen Themen, auf Reisevorschläge beispielsweise, aber auch auf politische Themen», berichtete Janzer. Manche Hörer kämen sogar persönlich in das Funkhaus zu Besuch. «Und wir lassen sie ganz gerne erzählen, weil manche eine echt lange Geschichte mit uns haben.»

Programme in vielen Sprachen

In der Jubiläumsausstellung in der «Galerie Vinohradska 12» im Souter­rain des Hauptgebäudes des tschechischen Rundfunks erfährt der Besucher vieles über Geschichte und Persönlichkeiten des Senders. Radio Prag nahm seinen Betrieb am 31. August 1936 auf Kurzwelle auf, nicht zuletzt, um der Nazipropaganda entgegenzuwirken. 

Heute gibt es Programme auf Tschechisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Ukrainisch. Wichtigstes Verbreitungsmedium ist inzwischen das Internet, in der Form von Podcasts und Texten.

Existenzbedrohende Kürzungen

Der neue tschechische Außenminister Petr Macinka kündigte in einer Politik-Talkshow an, die Zuschüsse aus dem Haushalt seines Ministeriums in diesem Jahr um ein Viertel zu senken. Im nächsten Jahr will er die Mittel für den Auslandsrundfunk von umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro ganz streichen. Macinka gehört der rechten Autofahrerpartei Motoristen an. Kritik an den Plänen gab es unter anderem von der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen.

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