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Immer mehr Sonnenblumen auf Sachsens Feldern

Immer mehr Sonnenblumen auf Sachsens Feldern
In Sachsen werden immer mehr Sonnenblumen angebaut. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Sachsens Landwirte bauen deutlich mehr Sonnenblumen an, während beim Raps Erträge und Flächen zurückgehen. Was die alternative Ölsaat für Landwirte attraktiv macht - und wo ihr Nachteil liegt.

In Sachsen breiten sich Sonnenblumenfelder zunehmend aus. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anbaufläche im Freistaat versechsfacht, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. In diesem Jahr wuchsen demnach auf 7.300 Hektar Sonnenblumen. Allein im Vergleich zu 2025 kamen 3.400 Hektar hinzu, im Vergleich zu 2016 beträgt das Plus 6.100 Hektar.

Entsprechend legte auch die Erntemenge zu. 2026 waren es 18.000 Tonnen. Das entspricht ebenfalls etwas mehr als dem sechsfachen Wert von 2016. 

Vom Raps - der vorherrschenden Ölsaat in Sachsen - bleibt die Sonnenblume damit zwar weit entfernt. Allerdings ging dessen Anbau in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel auf 103.000 Hektar zurück. Die Erntemenge ging in der gleichen Zeit sogar um ein Drittel auf 313.200 Tonnen zurück.

Unsicherer Ertrag beim Raps

Der Rapsanbau ist in den vergangenen Jahren von starken Ertragsunsicherheiten geprägt, erläutert Markus Theiß vom Beratungsunternehmen AgUmenda die Entwicklung. Das liege an den veränderten Witterungsbedingungen und einem massiven Schädlingsproblem mit dem Rapserdfloh. «Manche Flächen sind so zerfressen, dass sie umgebrochen werden müssen.» Die Sonnenblume werde in diesem Zusammenhang als Alternative zunehmend interessant. 

Um dem Schädlingsproblem entgegenzuwirken, säen viele Landwirte früher aus. Das wiederum sei entgegen der klimatischen Veränderungen, so Theiß. «Wenn es wärmer ist, müsste man eigentlich später aussäen, aber dann fallen die jungen Pflanzen dem Erdfloh zum Opfer.»

Die Sonnenblume hat hingegen bislang kaum mit Schädlingen zu kämpfen. Lediglich Blattläuse würden sie befallen, die seien aber gut handelbar - und kommen auch beim Raps vor, erklärt Theiß.

Sonnenblume schneidet in Versuch gut ab

AgUmenda ist im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie an einem Fruchtfolgeversuch im Landkreis Nordsachsen beteiligt, bei dem Möglichkeiten in sogenannten Nitratgebieten mit schwieriger Grundwassersituation ausgelotet werden. 

Auf einem Feld in Strelln werden dabei zwei verschiedene Fruchtfolgen direkt nebeneinander getestet - eine mit ortsüblichen Kulturen wie Weizen und Winterraps, eine mit Alternativen, die mit weniger Stickstoff und auch mit der zunehmenden Hitze und Trockenheit gut zurechtkommen. Dazu zählt die Sonnenblume.

Die Auswertungsergebnisse zeigen, dass sie im Vergleich zu Winterraps eine stabilere Ernte bietet. Es werden auch deutlich weniger Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel benötigt.

Rapsanbau ist arbeitsaufwendig

«Je schwächer der Boden ist, desto mehr spielt die Sonnenblume ihre Stärken aus», sagt Theiß. Sie sei kostengünstiger anzubauen als Raps und relativ gesehen auch zuverlässiger. Zudem ist der Anbau von Raps generell sehr arbeitsaufwendig und bei dann ausbleibenden Erträgen oftmals nicht mehr wirtschaftlich.

Ein Nachteil der Sonnenblumen sind allerdings die schlechteren Marktpreise im Vergleich zum Winterraps. Das hänge auch mit der Verwertung zusammen, sagt Theiß. «Wenn allerdings die Erträge ausfallen, fangen die Betriebe an zu rechnen und sagen, "Okay, ich gehe weniger Risiko ein und probiere es mit der Sonnenblume".»

Der Umstieg auf Sonnenblumen funktioniert unkompliziert. Die Aussaat kann mit der oftmals ohnehin vorhandenen Maisaussaattechnik erfolgen, wie Theiß erläutert. Nach der Ernte sollte eine tiefe Bodenbearbeitung vermieden werden, damit ausgefallene Sonnenblumenkerne nicht in der Folgefrucht durchwachsen. Aufgrund der tiefen Wurzeln der Sonnenblume ist eine starke Lockerung des Bodens nicht notwendig. Als Nachkultur bietet sich beispielsweise der anspruchslose Roggen an.

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