Die geplanten Abstriche beim Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig stoßen auf Kritik von vielen Seiten. «Trotz vollständiger Elektrifizierung bleiben die Ausbaupläne weit hinter den ursprünglich zugesagten Erwartungen und dem tatsächlichen Bedarf der Region zurück», erklärt der Sprecher der Bahninitiative Chemnitz, Sebastian Drechsler. Mit der Sparvariante sei ein Halbstundentakt zwischen beiden Städten nur am frühen Morgen und am späten Nachmittag möglich. Damit werde der tatsächliche Bedarf der Fahrgäste klar verfehlt, konstatiert Drechsler.
Die Kosten für das Projekt sind nach Angaben der Deutschen Bahn und des Infrastrukturministeriums aus dem Ruder gelaufen. Allein für den Nordabschnitt Leipzig-Geithain würde ein kompletter zweigleisiger Ausbau plus Elektrifizierung nach jüngsten Prognosen mehr als 1,3 Milliarden Euro kosten. Eine neue Machbarkeitsstudie schlägt deshalb vor, dort nur rund 24 von 44 Kilometern zweigleisig zu machen. An der Elektrifizierung wird festgehalten.