Stolz. Wenn langjährige Mitarbeiter von Volkswagen in Zwickau über die Vergangenheit reden, fällt immer wieder dieses eine Wort. Stolz sei sie gewesen, als sie 1990 hier angefangen habe, sagt etwa Silke Novotny. Zu der Zeit wurden hier noch der DDR-Kleinwagen Trabant und der VW Polo parallel gebaut. «Es war unser Ansporn, besser zu sein als Wolfsburg», erzählt die 59-Jährige aus der Qualitätssicherung. Und wenn es darauf ankam, hätten alle «die Arschbacken zusammengekniffen».
Volkswagen Sachsen feiert an diesem Freitag in Zwickau 35. Jubiläum. Und Novotny ist von Anfang an dabei. «Es ist wie ein Traum, was hier entstanden ist.» Sie berichtet, von immensem Lärm in der Produktion damals und dass alles rund um das Werk eine einzige Baustelle war. Doch nicht nur die Autofabrik selbst habe sich weiterentwickelt, auch die Infrastruktur ringsum. «Im Vergleich zu damals ist das heute hier ein Quantensprung.»
Was vergleichsweise klein mit einigen Hundert Mitarbeitern begann, galt über viele Jahre trotz mancher Durststrecke als Erfolgsgeschichte. Doch die hat Risse bekommen. Wurde der Standort vor einigen Jahren als Pionier der Elektromobilität im Volkswagen-Konzern gefeiert, macht ihm inzwischen die Absatzschwäche am Automarkt zu schaffen. Personal wurde abgebaut, die Nachtschicht an beiden Produktionslinien gestrichen. Künftig sollen Modelle an andere VW-Standorte abgegeben werden.