Um die Stromnetze nicht zu überlasten, ist die Stromerzeugung in den ostdeutschen Bundesländern im vergangenen Jahr deutlich seltener gedrosselt worden als in den Jahren zuvor. In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Jahr rund 470 Gigawattstunden Strom abgeregelt, teilte das Energieministerium mit. 2023 waren es den Angaben zufolge 800 Gigawattstunden - ein Rückgang um rund 40 Prozent. Auch in Sachsen und Thüringen ist die Entwicklung laut Daten der Bundesnetzagentur ähnlich. Bundesweit dagegen stieg die Zahl der Abregelungen.
Windkraftanlagen, die sich nicht drehen, obwohl der Wind weht: Darüber wundert sich manch einer. Um Überlastungen der Stromnetze zu verhindern, stoppen Netzbetreiber die Einspeisung immer wieder. Hintergrund ist der Ausbau erneuerbarer Energien in Regionen mit vergleichsweise geringer Nachfrage und ein Netzausbau, der mit Verzögerung nachzieht. Vor allem Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen, die in der Einspeisung flexibel sind, werden dann abgeschaltet. Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) fordert daher erneut, den Ausbau der Stromnetze zügig fortzusetzen, damit die Zahl der Eingriffe in den kommenden Jahren weiter sinkt.