Hubschrauber-Absturz bei Sehmatal - Pilot streifte Hindernis
Zwei Monate nach dem tödlichen Hubschrauber-Absturz bei Kalkarbeiten im Erzgebirge liegt ein Zwischenbericht zu dem Unglück vor. Demnach streifte der Pilot des Hubschraubers im Anflug ein Hindernis - vermutlich einen Baum. Der 29-Jährige habe eine Landung versucht. Dabei schlugen die Rotorblätter gegen weitere Bäume des Fichtenwaldes und der Hubschrauber stürzte ab. Der Pilot starb noch am Unfallort bei Sehmatal. Über den Zwischenbericht hatten zuvor mehrere Medien berichtet. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig listet in ihrem Zwischenbericht mehrere Aussagen von Arbeitern auf, die am Boden beim Beladen mit Kalk helfen sollten. Demnach beobachtete keiner der drei Männer den Absturz direkt. Jedoch hörten sie den Piloten über Funk fluchen: «Ich habe einen Baum berührt, die Lampe brennt, ich geh runter.» Der Funkverkehr sei nicht aufgezeichnet worden. Die Rotorblätter des Hubschraubers durchschlugen laut Bericht mehrere Baumstämme in etwa 16 Metern Höhe. Das Fluggerät sei zu Boden gestürzt und in Brand geraten. Die Helfer seien zum Absturzort geeilt und hätten den schwer verletzten Piloten aus dem brennenden Hubschrauber gezogen. Der 29-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen und starb. Das Unglück ereignete sich am Vormittag des 14. August bei wolkenlosem Himmel und guter Sicht. Der Hubschrauber sollte in einem angehängten Behälter Kalk am Boden aufnehmen und im Flug über dem Waldgebiet verteilen. Mit dieser sogenannten Bodenschutzkalkung versucht der Staatsbetrieb Sachsenforst schon seit vier Jahrzehnten, versauerte Waldböden wieder zu neutralisieren. Mit den Kalkarbeiten werden spezialisierte Hubschrauber-Firmen beauftragt. Laut dem Behördenbericht brach der Pilot am Unglückstag gegen 3.00 Uhr morgens im hessischen Dreieich auf, um nach Sachsen zu fahren. Der Mann sei seit 2020 im Besitz einer Berufspilotenlizenz für Hubschrauber gewesen. Er habe über eine Gesamtflugerfahrung von etwa 2.800 Stunden verfügt. In diesem Jahr wurden Bodenschutzkalkungen in den Forstbezirken Adorf, Plauen, Eibenstock, Neudorf, Marienberg, Bärenfels sowie in der Sächsischen Schweiz vorgenommen. Dabei sollten laut Staatsbetrieb Sachsenforst rund 21.000 Tonnen Magnesiumkalk auf 6.900 Hektar Wald verteilt werden. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenZeugen hörten Piloten fluchen
Rotorblätter durchschlugen Baumstämme
Hubschrauber sollte Kalk verteilen
Pilot hatte seit 2020 eine Lizenz für Hubschrauber