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Expertin für Vergiftungsfälle: «Nicht erst die KI fragen!»

Expertin für Vergiftungsfälle: «Nicht erst die KI fragen!»
Erst einmal den KI-Chatbot fragen, was zu tun ist, wenn das Kind etwas verschluckt? Keine gute Idee, sagt Dagmar Prasa vom Gemeinsamen Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. (Symbolbild) / Foto: Elisa Schu/dpa
Von: DieSachsen News
Ein Moment und schon hat das Kleinkind etwas verschluckt. Warum der Griff zum Telefon laut einer Expertin in solchen Situation besser ist, als die KI zu fragen und was Erbsen damit zu tun haben.

Die Leiterin des gemeinsamen Giftnotrufzentrums (GGIZ) mehrerer Länder rät dringend davon ab, in akuten Situationen Zeit mit künstlicher Intelligenz und eigener Internetrecherche zu verschwenden. «Uns fällt vermehrt auf, dass jetzt verstärkt auf KI gesetzt wird, wenn etwas passiert, selbst wenn es um Kinder geht», sagt Dagmar Prasa. 

«Wenn das Kind etwas schluckt, dann wird erst einmal die KI gefragt, ob eine Vergiftung möglich ist – das hören wir immer wieder und davor möchten wir warnen», so die Humantoxikologin weiter. Auch die KI habe nur die Kenntnisse zur Verfügung, die es im Internet gebe.

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«Sind grüne Erbsen giftig?»

Aus diesen könne die KI auch unrichtige Angabe ableiten. «Da heißt es etwa öfter, dass grüne Erbsen giftig sind, oder die Informationen werden nicht richtig gelesen, oder die falschen Schlüsse daraus gezogen», erklärt Prasa. Auch selbstständig im Netz nach Angaben zu suchen, könne im Notfall kostbare Zeit kosten. «Da macht sich mancher erst einmal eine Viertelstunde im Internet kundig.»

Auch wenn die Lage unklar sei, empfiehlt Prasa, direkt den Giftnotruf anzurufen, wenn etwas passiert. «In den meisten Fällen geht es glimpflich aus, es kann ja auch etwas Ernsthafte sein, dann verliert man durchs Googeln Zeit. Wir können entscheiden, ob sofort etwas unternommen werden muss.»

Vorab-Recherche kann helfen

Durchaus sinnig sei es dagegen, wenn sich Eltern allgemein auf seriösen Websites darüber informierten, welche Haushaltsmittel etwa gerade für Kinder gefährlich sein und zu Vergiftungen führen könnten. 

Von den mehr als 25.200 Beratungen, die die Mediziner und Apotheker über den Giftnotruf in diesem Jahr bis in die ersten Dezembertage durchgeführt haben, ging es den GGIZ-Angaben zufolge in 27 Prozent um Kinder. 

Tausende Male klingelte es beim Giftnotruf

Das Giftnotfallzentrum mit Sitz in Erfurt wurde von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1994 gegründet. Es ist unter dem Giftnotruf 0361-730730 erreichbar. Vor allem Privatleute wählen die Giftnotrufnummer, aber auch Kliniken. In der Regel gebe es an normalen Kliniken keine auf Vergiftungen spezialisierte Ärzte, erklärt Prasa.

Am häufigsten klingelte bei den GGIZ-Experten in diesem Jahr bis Anfang Dezember wegen rund 7.680 Anrufen aus Sachsen das Telefon. Knapp 3.680 Mal berieten die Fachleute Anrufer aus Thüringen sowie rund 3.180 aus Sachsen-Anhalt und knapp 2.600 aus Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch aus anderen Bundesländern kommen Anrufe.

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