Die Lehre zum Mechatroniker hat Zakaria Raffali aus Marokko nach Sachsen verschlagen. Der 24-Jährige schwärmt von der guten Ausbildung und den Arbeitsbedingungen. Mit seinem Schichtleiter Karsten Viehweger überprüft er an diesem Vormittag Schrauben an einer Filteranlage. Die Kommunikation sei kein Problem, erzählt Viehweger - bei Bedarf werde auch mal auf Englisch oder eine Übersetzer-App zurückgegriffen. Ihr Unternehmen, der Autozulieferer Linamar, beschäftigt an seinen sächsischen Standorten in Crimmitschau und Reinsdorf Menschen aus mehr als 20 Nationen. Damit ist es längst nicht allein im Freistaat.
Das Miteinander in der Belegschaft funktioniere sehr gut, berichtet Werkleiter Enrico Held. «Es kommt vor, dass unsere vietnamesischen Azubis den deutschen Azubis Nachhilfe geben.» Doch beklagt er eine enorme Bürokratie. Das beginne beim Visum und reiche bis zur Eröffnung von Bankkonten oder dem Abschluss von Handyverträgen, wenn die Mitarbeiter aus dem Ausland kommen. Das sei sehr viel Aufwand für die Unternehmen. Zugleich müssten auch die Firmen selbst und ihre Belegschaften umdenken. Statt dass ausländische Fachkräfte Deutsch lernen, könnte Englisch für alle an Bedeutung gewinnen. «Da müssen wir uns alle an die Nase fassen», sagt Held.