Wer in Sachsen einen neuen Job beginnt, muss immer seltener eine Befristung in Kauf nehmen. War Ende 2015 noch fast jeder zweite neue Arbeitsvertrag befristet, ist dieser Anteil zuletzt auf rund ein Drittel im zweiten Quartal 2023 gesunken, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz auf dpa-Anfrage mitteilte. Damit liegt Sachsen unter dem bundesweiten Durchschnitt. In Berlin etwa wird noch jeder zweite Arbeitsvertrag befristet geschlossen.
Als Grund für diese Entwicklung verwies die Regionaldirektion auf den steigenden Arbeits- und Fachkräftemangel. «Weil sich Fachkräfte gute Arbeit wünschen, Sicherheit und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, sind auch die angebotenen Jobausschreibungen attraktiver geworden», sagte Sprecher Frank Vollgold. Deswegen seien beispielsweise auch die Medianlöhne gestiegen. Unternehmen, die besser bezahlen und seltener befristen, hätten weniger Probleme, freie Stellen zu besetzen.
Doch ein genauerer Blick zeigt Unterschiede je nach Region, Branche und Alter. Befristet eingestellt werden meist Jüngere unter 25 Jahre und Helfer. Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, Servicekräfte und Helfer in Handel und Gastronomie - etwa rund ums Weihnachtsgeschäft und die Biergartensaison - bekommen oft befristete Verträge. Auch bei Beschäftigten ohne Berufsabschluss sowie Akademikern liegt der Anteil von Befristungen über dem Landesdurchschnitt. Hier mache sich bemerkbar, dass etwa an Universitäten befristete Beschäftigungen üblich seien, hieß es. Ebenso in Künstlerberufen und Medien.