Thomas de Maizière spricht bei der 36. Bautzener Rede
Ost und West im Deutschland von heute
Mehr als 35 Jahre nach der Deutschen Einheit ist die Frage nach dem Verhältnis von Ost und West weiterhin aktuell. Die nächste Bautzener Rede greift dieses Thema am Freitag, 9. Oktober 2026, auf. Im Dom St. Petri in Bautzen spricht Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister a. D., über die Frage: „Was ist eigentlich los in Deutschland – wer sind wir in Ost und West?“ Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.
De Maizière blickt auf die deutsche Teilung und Wiedervereinigung aus einer besonderen biografischen und politischen Perspektive. 1990 war er am Aufbau des Amtes des Ministerpräsidenten der letzten DDR-Regierung beteiligt und Teil der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag. Später arbeitete er in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, bevor er auf Bundesebene unter anderem das Kanzleramt sowie die Ressorts Inneres und Verteidigung leitete.
Einordnung der deutschen Einheit
In Bautzen soll es um die Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten deutscher Einheit gehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Wahrnehmungen, Erwartungen und politische Haltungen zwischen Ost und West entwickelt haben. Thomas de Maizière bringt dabei nicht nur Erfahrung aus verschiedenen politischen Ebenen mit, sondern auch aktuelle Impulse zur Handlungsfähigkeit des Staates.
Zuletzt war er Mitinitiator der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“, die sich mit Bürokratieabbau, Staatsmodernisierung und effizienteren Strukturen befasst. Damit verbindet die Veranstaltung die historische Perspektive mit einer Debatte über die Gegenwart und die Zukunft des Landes.
Gesprächsformat mit offener Debatte
Die 36. Bautzener Rede ist Teil einer Reihe, die 2022 von der überparteilichen Initiative „Bautzen gemeinsam“ gestartet wurde. Unterstützt wird sie dauerhaft vom Ökumenischen Domladen Bautzen. Ziel des Formats ist es, Orientierung, Austausch und Verständigung zu fördern.
Zum Konzept gehört auch das Gespräch nach dem Vortrag. Besucherinnen und Besucher können mit dem Gast in ein moderiertes Gespräch kommen. Die Reihe versteht sich als Einladung zum Zuhören und Mitreden – unter dem Motto: „Bautzener Reden – Bautzener reden.“ Am 6. November 2026 folgt mit Jörg Dittrich bereits die 37. Bautzener Rede.