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Wundauflage gegen resistente Bakterien tötet Keime mit Licht

Ein klassischer Sanikasten: Die lichtaktive Wundauflage aus Leipzig verfolgt einen neuen Ansatz bei der Wundversorgung.
Herkömmliche Verbände helfen gegen Wunden, aber nicht gegen resistente Bakterien. © pixabay/adexo_medical
Von: Wissensland
Wenn Wunden sich immer wieder entzünden und Antibiotika nicht mehr helfen, wird es gefährlich. Forschende aus Leipzig setzen jetzt auf eine ungewöhnliche Kombination: Silberteilchen, Farbstoffe und Licht. Das Ergebnisse zeigen neue Chancen für die Wundversorgung der Zukunft.

Manche Wunden wollen einfach nicht zuheilen. Sie entzünden sich immer wieder, weil Bakterien sie besiedeln. Gerade nach Operationen ist das problematisch. Antibiotika helfen jedoch in immer mehr Fällen nicht mehr, denn viele Keime sind inzwischen resistent geworden. Forschende am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) in Leipzig haben nun eine neuartige Wundauflage entwickelt, die Bakterien mithilfe von Licht bekämpft.

Eine Wundauflauge, die wie Haut wirkt

Das Team entwickelte ein durchsichtiges Hydrogel, also ein wasserhaltiges, gelartiges Material. Es besteht aus einem medizinisch gut verträglichen Kunststoff und Gelatine und ähnelt in seinen Eigenschaften menschlicher Haut. Gleichzeitig kann das Material Feuchtigkeit speichern und Wirkstoffe kontrolliert freisetzen. In das Hydrogel integrierten die Forschenden winzige Silberteilchen, sogenannte Silbernanopartikel. Zusätzlich enthält die Wundauflage spezielle Farbstoffe.

Diese Technik wird als photodynamische Therapie bezeichnet. Trifft Licht auf die Farbstoffe, entstehen Sauerstoffverbindungen, die Bakterien gezielt angreifen und zerstören können. Das Team testete die Wundauflage an den Bakterien Escherichia coli und Staphylococcus aureus. Beide Arten verursachen häufig Wundinfektionen.

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Gemeinsam stärker als allein

Allein wirkten die Silberteilchen kaum gegen die Bakterien. Erst die Kombination mit den Farbstoffen steigerte die Wirkung deutlich. Besonders erfolgreich war die Kombination aus Silbernanopartikeln und dem Farbstoff Eosin Y. Der Farbstoff allein konnte die Bakterien bereits bekämpfen. Zusammen mit den Silberteilchen wirkte er jedoch deutlich stärker. Bei den getesteten Bakterienarten nahm die antibakterielle Wirkung um 97 beziehungsweise 98 Prozent zu.

Die Forschenden erklären den Effekt damit, dass sich Eosin Y besonders gut im Material verteilt und wirksam mit den Silbernanopartikeln und den geschädigten Bakterienmembranen zusammenwirkt.

Die Untersuchungen aus Leipzig zeigen, dass lichtaktivierte Wundauflagen mit Silbernanopartikeln künftig eine Alternative oder Ergänzung zu Antibiotika sein könnten. Besonders bei Infektionen mit resistenten Keimen eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten für die Behandlung chronischer Wunden. Bis solche Wundauflagen in der Praxis eingesetzt werden können, sind jedoch weitere Tests nötig.


Originalpublikation:
T. Şener Raman, M. Kühnert, R. Konieczny, N. Lippmann, A. Kaiser, R. Werdehausen, B. Abel, A. Schulze
Synergistic effects of ionic photosensitizers and silver nanoparticles in PEGDA/gelatin hybrid hydrogels for advanced antibacterial photodynamic therapy, Biomaterials Advances 187 (2026) 214946

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