Manche Wunden wollen einfach nicht zuheilen. Sie entzünden sich immer wieder, weil Bakterien sie besiedeln. Gerade nach Operationen ist das problematisch. Antibiotika helfen jedoch in immer mehr Fällen nicht mehr, denn viele Keime sind inzwischen resistent geworden. Forschende am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) in Leipzig haben nun eine neuartige Wundauflage entwickelt, die Bakterien mithilfe von Licht bekämpft.
Eine Wundauflauge, die wie Haut wirkt
Das Team entwickelte ein durchsichtiges Hydrogel, also ein wasserhaltiges, gelartiges Material. Es besteht aus einem medizinisch gut verträglichen Kunststoff und Gelatine und ähnelt in seinen Eigenschaften menschlicher Haut. Gleichzeitig kann das Material Feuchtigkeit speichern und Wirkstoffe kontrolliert freisetzen. In das Hydrogel integrierten die Forschenden winzige Silberteilchen, sogenannte Silbernanopartikel. Zusätzlich enthält die Wundauflage spezielle Farbstoffe.
Diese Technik wird als photodynamische Therapie bezeichnet. Trifft Licht auf die Farbstoffe, entstehen Sauerstoffverbindungen, die Bakterien gezielt angreifen und zerstören können. Das Team testete die Wundauflage an den Bakterien Escherichia coli und Staphylococcus aureus. Beide Arten verursachen häufig Wundinfektionen.