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Super-Immunzellen gegen Krebs: Dresdner Team erhält EU-Förderung

 Das Leitungsteam von EliaCell (v. l.): Prof. Michael Sieweke, Dr. Anke Fuchs und Dr. Angela Jacobi forschen am CRTD der TU Dresden an einer neuen Krebstherapie.
Sie wollen Krebs mit veränderten Immunzellen bekämpfen: Prof. Michael Sieweke, Dr. Anke Fuchs und Dr. Angela Jacobi leiten das Dresdner Startup-Projekt EliaCell. © Martin Kassner
Von: Wissensland
Rund 90 Prozent aller Krebserkrankungen sind solide Tumore – Wucherungen, die festes Gewebe bilden. Für viele davon gibt es kaum wirksame Therapien. Forschende der TU Dresden haben Immunzellen genetisch so verändert, dass sie tief in Tumorgewebe eindringen und Krebszellen dauerhaft angreifen können. Jetzt fördert die EU das Projekt mit 2,5 Millionen Euro.

Krebs ist nicht gleich Krebs. Rund 90 Prozent aller Krebserkrankungen sind sogenannte solide Tumore. Das sind Wucherungen, die festes Gewebe bilden, etwa in der Lunge, der Brust oder im Darm. Genau diese Tumore sind besonders schwer zu behandeln. Bisherige Immuntherapien scheitern oft daran, in das dichte Tumorgewebe einzudringen. Ein Team an der TU Dresden arbeitet jetzt an einem neuen Ansatz und erhält dafür 2,5 Millionen Euro aus Brüssel.

Die Forschenden am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) setzen auf Makrophagen. Das sind Immunzellen, die Krankheitserreger erkennen und beseitigen. Das Problem bisher: Konventionelle Makrophagen ließen sich nicht in großen Mengen herstellen und verloren im Tumorgewebe schnell ihre Wirkung. Das Team um Prof. Michael Sieweke hat diese Zellen nun so modifiziert, dass sie Krebszellen effektiv und nachhaltig angreifen.

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Zelltherapie für mehr Patienten

"Man kann sie sich als genetisch optimierte ‚Super-Makrophagen‘ vorstellen", sagt Sieweke, Alexander von Humboldt-Professor am CRTD. "Aufbauend auf jahrzehntelanger Forschung haben wir Makrophagen entwickelt, die sich in großem Maßstab vermehren lassen und in der Lage sind, solide Tumore nachhaltig zu bekämpfen." Die veränderten Zellen sollen tief in Tumorgewebe eindringen, dort langfristig aktiv bleiben und Krebszellen dauerhaft angreifen können. Das geplante Startup heißt EliaCell und wird neben Sieweke von Dr. Anke Fuchs und Dr. Angela Jacobi geleitet.

Zelltherapien sind bislang aufwendig und teuer, weil sie oft individuell für einzelne Patienten hergestellt werden müssen. EliaCell verfolgt einen anderen Ansatz: Die modifizierten Makrophagen sollen in großen Mengen produziert und bei Bedarf eingesetzt werden können. "Unser Produktionsprozess erfüllt bereits die strengen Anforderungen für zellbasierte Therapien und ist so ausgelegt, dass er problemlos für die Massenproduktion skaliert werden kann", erklärt Dr. Anke Fuchs, Forschungsgruppenleiterin für neuartige Therapien am CRTD.

Vom Labor in die Praxis

Weltweit wird intensiv daran geforscht, das Immunsystem gezielt gegen Krebs einzusetzen. Bei einigen Formen von Blutkrebs funktioniert das bereits gut. Bei festen Tumoren, etwa in Lunge oder Darm, ist das deutlich schwieriger. Das Gewebe ist dicht, und viele Immunzellen kommen nicht tief genug hinein oder verlieren dort schnell ihre Wirkung. Deshalb richten sich neue Ansätze auf Makrophagen, Abwehrzellen, die von Natur aus in solches Gewebe eindringen können. Erste Studien dazu laufen bereits. Das Dresdner Projekt gehört zu diesen neuen Entwicklungen. Es geht dabei nicht nur um die Idee selbst, sondern auch darum, die Therapie so herzustellen, dass sie später tatsächlich bei Patienten eingesetzt werden kann.

Das Projekt wird vom Europäischen Innovationsrat (EIC) gefördert. StemPhage ist eines von nur drei Projekten, die der EIC in Deutschland fördert und gehört zu den 40 ausgewählten Vorhaben aus insgesamt 611 europaweiten Anträgen. Ziel ist es, eine Zelltherapie in klinischer Qualität zu entwickeln und eine erste klinische Studie vorzubereiten. Das EliaCell-Team arbeitet zudem eng mit dem sächsischen Zukunftscluster für lebende Arzneimittel SaxoCell sowie mit klinischen Partnern am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden zusammen.

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