Stellen Sie sich vor, Sie stecken in einem Ganzkörper-Gipsverband und sollen trotzdem einen Marathon laufen. Kieselalgen machen täglich etwas Ähnliches, seit Millionen von Jahren. Diese winzigen, einzelligen Algen sind vollständig von einer Hülle aus Silikat umgeben, einem glasartigen Material, das hart und unbeweglich ist. Kein Bein, kein Flügel, kein Flimmerhaar.
Und dennoch gleiten sie über Oberflächen, drehen sich in engen Kreisen oder bewegen sich plötzlich in eine andere Richtung. Wie das funktioniert, war lange unklar. Forschende am B CUBE – Center for Molecular Bioengineering der TU Dresden haben nun eine überraschend einfache Erklärung gefunden.