Ein Sturz in der eigenen Wohnung. Eine Entzündung, die niemand bemerkt. Ein Autofahrer, der nachts eine Person auf der Straße fast übersieht. In solchen Situationen könnten künftig neue Infrarotsensoren helfen. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickeln sie gemeinsam mit dem Unternehmen Heimann Sensor und dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden).
Die Infrarotsensoren messen Wärme, ohne etwas zu berühren. Sie erfassen die Temperatur von Objekten oder Menschen aus der Ferne und erstellen daraus ein Wärmebild. Schon heute kommen solche Sensoren in der Gebäudetechnik, in Sicherheitssystemen oder in der Überwachung von Produktionsprozessen zum Einsatz. Die bisher verwendeten Materialien begrenzen jedoch ihre Leistungsfähigkeit.
Chancen für Medizin, Mobilität und Industrie
Die höhere Empfindlichkeit soll viele neue Anwendungen ermöglichen. In der Medizin könnten die Sensoren beispielsweise die Krebsfrüherkennung unterstützen oder äußerlich sichtbare Entzündungen feststellen. Im altersgerechten Wohnen könnten sie Stürze oder Notfallsituationen zuverlässig erkennen. Auch autonome Fahrzeuge würden von den empfindlicheren Sensoren profitieren.
Für die Industrie eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Thermografie und Prozessüberwachung. Darüber hinaus sollen die Sensoren künftig auch kostengünstige Lösungen für die kontaktlose Temperaturmessung ermöglichen.
Bis die Infrarotsensoren im Alltag eingesetzt werden können, dauert es noch. Zunächst bauen die Forschenden erste Testsensoren. Später sollen daraus vollständige Sensorchips entstehen, bei denen Sensor und Steuerelektronik auf einem Chip zusammenarbeiten.