Fast vier Jahre ist es her, dass in der Sächsischen Schweiz und in der Gohrischheide große Waldflächen in Flammen standen. Was danach kam, interessiert die Wissenschaft bis heute. Denn verbrannte Erde ist nicht einfach totes Land. Sie ist der Anfang neuer ökologischer Prozesse. Und dabei spielen winzige Pilze eine überraschend große Rolle.
Forscher des Internationalen Hochschulinstituts (IHI) Zittau, das zur Technischen Universität Dresden gehört, haben auf den Brandflächen zwei Pilzarten entdeckt, die wissenschaftlich bislang noch nicht beschrieben worden waren. Die Pilze gehören zur Gruppe der sogenannten Brandstellen-Becherlinge. Das sind kleine, napf- oder becherförmige Pilze, die typischerweise auf stark verbrannten Böden wachsen.
Zusammenarbeit macht die Entdeckung möglich
Die Funde sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit. Neben dem Team des IHI Zittau waren Dr. Annika Busse vom Nationalpark Sächsische Schweiz und Dr. Torsten Bittner vom Naturschutzgebiet Gohrischheide beteiligt, sowie der belgische Mykologe Nicolas van Vooren. Seit den großen Waldbränden im August 2022 untersuchen sie gemeinsam verschiedene Aspekte der Feuerökologie und die natürliche Regeneration der betroffenen Flächen.
Die Forschung zeigt: Auch stark verbrannte Wälder sind Ausgangspunkt neuer ökologischer Entwicklungen. Und selbst unscheinbare Pilze können dabei eine wichtige Rolle spielen.