Jedes Jahr erhalten Tausende Frauen in Deutschland eine Brustkrebsdiagnose. Laut Robert Koch Institut wurde die Erkrankung im Jahr 2023 hierzulande bei insgesamt 75.090 Frauen neu diagnostiziert. Besonders gefährlich wird sie, wenn Krebszellen den Knochen befallen. In diesen Fällen sprechen Mediziner von Knochenmetastasen.
Wie genau das im frühesten Stadium abläuft, war bislang kaum zu beobachten. Forschende um Jana Sievers-Liebschner vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern ein neuartiges Labormodell entwickelt, das genau das ermöglicht.
Weniger Tierversuche, schnellere Therapien
Das Modell ist nicht nur ein Werkzeug zum Verstehen. Es kann auch eingesetzt werden, um neue Medikamente gegen Metastasen systematisch zu testen. Bisher waren dafür häufig Tierversuche nötig. Das neue Gel-System bietet eine kontrollierbare Alternative im Labor und könnte so helfen, Wirkstoffe gezielter und schneller zu prüfen.
Jana Sievers-Liebschner forschte dabei eng mit Claudia Fischbach von der Cornell University in New York sowie Peter Fratzl vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam zusammen. Knochenmetastasen entstehen oft früh im Krankheitsverlauf, lange bevor sie erkannt werden. Wer diese ersten Schritte besser versteht, kann früher eingreifen. Das eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung gezielter Therapien gegen Brustkrebs im Knochen.