Ein Vitamin, das für Schwangere besonders wichtig ist. Ein Enzym, das dem Körper hilft, Schadstoffe zu entgiften. Und ein kleiner biologischer Schalter, den Neandertaler offenbar noch nicht besaßen. Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt herausgefunden, wie weit die Spuren unserer ausgestorbenen Verwandten reichen und was sie im Körper noch heute bewirken könnten.
Konkret geht es um ein Enzym namens NAT1. Enzyme sind Stoffe im Körper, die wichtige Prozesse steuern und ermöglichen. NAT1 hat dabei zwei Aufgaben. Es hilft, Folat, auch als Vitamin B9 bekannt, abzubauen. Das Vitamin ist wichtig für die Zellteilung und die Entwicklung ungeborener Kinder. Gleichzeitig unterstützt NAT1 den Körper dabei, schädliche Substanzen aus der Umwelt zu entgiften, zum Beispiel krebserregende Stoffe aus Zigarettenrauch.
Besonders in der Schwangerschaft ist Folat wichtig: Zu wenig davon erhöht das Risiko für Fehlbildungen beim ungeborenen Kind. Der Körper muss dabei beides leisten: ausreichend Folat bereitstellen und gleichzeitig Schadstoffe abbauen.