Jungsteinzeit und Bronzezeit liegen in Döbeln (Landkreis Mittelsachsen) eng beieinander. Archäologen sind inmitten einer Siedlung der frühen Jungsteinzeit auf eine frühbronzezeitliche Siedlung gestoßen.
«Anhaltspunkte gab es bereits, doch die bronzezeitliche Siedlung ist viel größer, als angenommen», sagte Grabungsleiter Thomas Lukas der Deutschen Presse-Agentur. «Bislang gab es ein Haus aus dieser Zeit, aber jetzt wurden in etwa 50 bis 60 Metern Entfernung weitere Gruben entdeckt. Die Siedlung ist rund 4000 Jahre alt und gehört zur Aunjetitzer Kultur, die Epoche aus der auch die Himmelsscheibe von Nebra stammt.»
In einer Grube fanden die Ausgräber mehrere Keramikstücke und ein Mahlstein mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern. «Außerdem gab es große Brandlehmfragmente. Das war verbrannter Putz von einem Ofen oder von einem Haus», sagte Lukas.
Aus der Jungsteinzeit wurden 50 Häusergrundrisse freigelegt. Zudem fanden sich etliche große Speichergruben sowie Baugruben, aus denen Lehm entnommen wurde. Die Archäologen bargen über 30.000 Keramikscherben, rund 7000 Feuerstein-Objekte, rund 500 Mahlsteinfragmente, 200 Steinbeile und Steinäxte sowie 250 Schleifsteine.