Der Strukturwandel im mitteldeutschen Braunkohlerevier muss nach Ansicht einer Initiative mehr als Chance auf Neues als ein Bruch bewältigt werden. Es gehe darum, in der Region Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen eine Vision für die Zeit nach der Braunkohle zu entwickeln, sagte der Leiter des Projekts «Innovationsregion Mitteldeutschland», Werner Bohnenschäfer, anlässlich einer Tagung in Halle. Daran nahmen Vertreter aus der Wirtschaft, Wissenschaft und von Verbänden und aus der Gesellschaft teil.
«Wir haben im mitteldeutschen Revier eine Reihe von Anknüpfungspunkten, mit der chemischen Industrie, die auch nach neuen Wegen der Energiegewinnung sucht, mit der Automobilindustrie und Logistik», sagte Bohnenschäfer. Hinzu komme der Tourismus durch die Rekultivierung von Tagebauflächen. «Wir wollen keinen Strukturbruch, wie es ihn nach 1990 gab», sagte er.
Hintergrund ist, dass mit dem nach der Wende besiegelten Ende der Förderung von Braunkohle aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen etwa im Bitterfelder Revier, im Geiseltal bei Merseburg (Saalekreis) oder im Kupferbergbau im Mansfelder Land Zehntausende Arbeitsplätze binnen kurzer Zeit abgebaut wurden. Alternative und gut bezahlte Arbeitsplätze gab es nicht genügend. Viele Menschen wurden arbeitslos oder über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen beschäftigt.