Beim Textilveredler Otex in Flöha (Landkreis Mittelsachsen) laufen die Maschinen rund um die Uhr. Im Drei-Schicht-Betrieb fertigen mehr als 100 Mitarbeiter neun verschiedener Nationalitäten Garne. Die Rohfasern werden texturiert, gezwirnt, nach Kundenwunsch in allen möglichen Varianten gefärbt und auf Spulen gewickelt. Bei den Kunden entstehen daraus medizinische Produkte, aber auch Bekleidungsstücke wie Strümpfe. Das Unternehmen, eine Tochter des Ostthüringer Bandagenherstellers Bauerfeind, plant laut Geschäftsführer Nico Teutsch weitere Investitionen.
Doch die Lage der ostdeutschen Textilindustrie insgesamt hat sich massiv eingetrübt. Allein im vergangenen Jahr habe sie etwa 10 Prozent an Umsatz verloren, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes vti, Jenz Otto. «Die Luft ist dünn für viele Unternehmen.» Auch für dieses Jahr sei keine wirkliche Trendwende zu erwarten. «Wir sehen kein Wachstum.» Die Prognose sei daher «eher besorgniserregend».