Mit der Sanierung der Uranbergbau-Altlasten in Sachsen und Thüringen sind viele Bauten wie Fördertürme und Schachtanlagen aus dem Landschaftsbild verschwunden. Anders in Hartenstein südöstlich von Zwickau: Hier ragt das Fördergerüst aus Stahl heute noch 50 Meter in die Höhe samt historischem Schachtgebäude und Maschinenhaus. Mit einer Ausstellung öffnen sich ab dem 1. Mai die Türen zu einem Teil der Anlage und der Technik von einst. Informiert wird über Arbeitsalltag, dem weltpolitischen Kontext des Uranbergbaus in der DDR, seine Folgen für Mensch und Umwelt sowie der Sanierung der Altlasten seit der Wiedervereinigung.
Die Ausstellung richte sich auch an Menschen, die bisher wenig über dieses Kapitel deutscher Geschichte wissen - vor allem jüngere Generationen, erklärt Julia Dünkel, Geschäftsführerin der Wismut Stiftung. Zugleich solle sie einen Vorgeschmack auf die künftige Präsentation des Wismut-Erbes geben.
Vorgeschmack auf künftige Präsentationen des Wismut-Erbes
Denn während das Gros der Altlasten inzwischen saniert ist, rücken zunehmend andere materielle und immaterielle Hinterlassenschaften dieser Zeit in den Fokus. Dazu gehören umfangreiche Akten, geologische Archivalien samt Mineraliensammlung, das Traditionswesen der Bergleute, in dieser Zeit entstandene Kunstwerke sowie Erinnerungen von Zeitzeugen. Dieses Erbe aufzuarbeiten und zu pflegen ist Aufgabe der Stiftung. Es soll künftig in Hartenstein und im thüringischen Ronneburg präsentiert werden.
Eröffnet wird die Ausstellung «No Secret» am 1. Mai zum Jahrestag des Schachts 371. Für Besucher hat sie bis einschließlich Oktober jeweils am ersten Wochenende im Monat geöffnet sowie am Tag des offenen Denkmals (14. September). Parallel dazu werden derzeit in der historischen Baumwollspinnerei in Zwickau unter dem Titel «Sonnensucher» mehr als 200 Kunstwerke der Wismut-Sammlung gezeigt - der umfangreichsten Kunstsammlung eines DDR-Unternehmens.
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