Die bauliche Überwachung von Brücken ist aufwendig, teuer und personalintensiv. Hier setzt ein neues Forschungsprojekt aus Thüringen an. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau erforschen derzeit, wie Brückenschäden künftig frühzeitig am Klang erkannt werden können. Ziel sei ein intelligentes Frühwarnsystem, das kleinste Veränderungen in der Materialstruktur erfasse – noch bevor sichtbare Schäden entstünden, sagte Olivia Treuheit, Projektmanagerin am Fraunhofer IDMT.
«Wir wollen Brücken nicht erst dann prüfen, wenn es schon zu spät ist», sagte Treuheit. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und akustischen Sensoren sollen dabei Veränderungen an Brückenbauwerken wie Verschleiß, Rissbildungen oder Lockerungen erkannt werden. Während bei bisherigen Schallemissionsverfahren Schäden durch aufgenommene Vibrationen hörbar werden, setzen die Ilmenauer beim Luftschall an. Diese akustisch wahrnehmbaren Signale entstehen beim Überfahren der Übergänge durch Fahrzeuge. Die KI filtere bei den aufgenommenen Audiodateien die Umgebungs- und Störgeräusche heraus, erläuterte Treuheit.