Rekordtemperaturen von mehr als 41 Grad, zahlreiche Brände, ausgefallene Bahnen und volle Freibäder: Die Hitzewelle hatte Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Wochenende fest im Griff. Am Sonntag erreichte die extreme Wärmebelastung ihren Höhepunkt. In Sachsen wurde am zweiten Tag in Folge mit 41,5 Grad in Bad Muskau in der Oberlausitz ein Allzeithoch gemessen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sollte in allen drei Ländern dann am Abend die Gefahr kräftiger Gewitter steigen, bevor die Temperaturen zum Wochenbeginn deutlich zurückgehen.
Rekord auch in der Nacht
Besonders belastend waren die tropischen Nächte, in denen vielerorts kaum Abkühlung eintrat. Im ostsächsischen Kubschütz sank die Temperatur in der Nacht zum Sonntag nach vorläufigen DWD-Angaben nicht unter 29,4 Grad - so warm war eine Nacht in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie. Heftige Hitze wie in diesen Tagen tritt nach Angaben des Wetterdiensts im Zuge des Klimawandels immer häufiger auf.
Brände und Waldbrandgefahr
Die Trockenheit der vergangenen Tage begünstigte zugleich zahlreiche Wald- und Flächenbrände. Besonders schwierig blieb die Lage in der Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Dort flammte ein Feuer auf einem munitionsbelasteten Gelände erneut auf. Weil sich noch Altmunition im Boden befindet, können die Einsatzkräfte den Brand nur eingeschränkt bekämpfen.
Auch andernorts waren Feuerwehren im Großeinsatz. Im Harz gerieten bei Blankenburg rund 4,5 Hektar Wald in Brand. Rund 120 Feuerwehrleute sowie zwei Löschflugzeuge kämpften gegen die Flammen. In Thüringen brannte bei Meuselwitz ein etwa sechs Hektar großes Waldgebiet auf einem ehemaligen Bergbaugelände. Die Rauchentwicklung war so stark, dass sie zeitweise bis nach Leipzig zog. Der DWD warnte weiter vor einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr in vielen Regionen.