Der momentane Frost mit Nachttemperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius reicht nach Auskunft von Experten noch nicht für eine größere Dezimierung der Borkenkäfer in den Wäldern aus. Die Käfer könnten Temperaturen in dieser Größenordnung überstehen, weil sie eine Art körpereigenes Frostschutzmittel produzierten, sagte Sachsenforst-Sprecher Renke Coordes auf Anfrage. «Borkenkäfer können sich gut auf eine solche Situation einstellen. Sie überwintern in unterschiedlichen Entwicklungsstadien im Boden oder am Baum, wo sie sich dann unter der Rinde einnisten und so sich vor starkem Frost schützen.»
Nach Darstellung von Coordes bekommt der Borkenkäfer aber Probleme, wenn sich Frost und milde Temperaturen häufig abwechseln oder wenn Fröste schon im September oder noch im April auftreten. Dann könne er nicht schnell genug auf seinen Frostschutz umstellen, was zu einer hohen Mortalität führe. Larven des Borkenkäfers seien bei Frost anfälliger als ausgewachsene Käfer.
Sorgen bereitet Sachsenforst eher der Umstand, dass jetzt durch Schneebruch wieder Schadholz entstehen kann, das dem Borkenkäfer im Frühjahr Lebensraum gibt. Coordes kann dem vielen Schnee in einem Punkt aber auch etwas Positives abgewinnen: «Der Schnee wird beim Tauen den Boden gleichmäßig durchfeuchten.» Angesichts der Trockenheit in den vergangenen Jahren sei das ein positiver Effekt.