Thüringens Verkehrsministerin Susanna Karawanskij (Linke) lehnt trotz der jüngsten tragischen Unfälle von älteren Fahrern verpflichtende Eignungstests ab. «Solche Tests sind auch immer nur eine Momentaufnahme und bieten nicht ein Mehr an Sicherheit», sagte Karawanskij am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Für altersabhängige Fahrtauglichkeitsuntersuchungen seien zudem die verfassungsrechtlichen Hürden zu hoch.
Die Frage sei dann ebenso: Ab welchem Alter werde was getestet - nur die Sehtauglichkeit oder auch kognitive Fähigkeiten? Außerdem habe es für altersabhängige Eignungsprüfungen in der Vergangenheit auch keinen Konsens in der Verkehrsministerkonferenz gegeben, sagte Karawanskij. Für mehr Verkehrssicherheit auf den Straßen seien aber beispielsweise die Einführung von altersunabhängigen Sehtests oder die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit etwa auf Autobahnen überlegenswert.
Karawanskij verwies auf eine Reihe von freiwilligen Angeboten, die von Auffrischungsstunden bis zum Verkehrssicherheitstraining reichten. Ältere Fahrer sollten ihr Verkehrsverhalten anpassen und sich gegebenenfalls schulen lassen, sagte die Ministerin. Zudem hätten die Fahrerlaubnisbehörden vor Ort ein breites Instrumentarium an der Hand, das sie bei Zweifeln an der Eignung eines Verkehrsteilnehmers anwenden könnten. Die Statistik belege ferner, dass ältere Autofahrer nicht so häufig Verkehrsunfälle verursachten wie junge Erwachsene.