Mehr als fünf Jahre nach dem «Fahrradgate»-Skandal um den illegalen Weiterverkauf von sichergestellten Rädern bei der Polizei Leipzig hat am Dienstag der Prozess gegen eine Polizistin begonnen. Vor dem Landgericht Leipzig muss sich die suspendierte Polizeihauptmeisterin als damalige Verantwortliche in der Asservatenkammer wegen Diebstahls, Bestechlichkeit und Urkundenfälschung verantworten.
Das Verlesen der Anklage hat wegen der Vielzahl der Fälle fast fünf Stunden gedauert, es gab zahlreiche Unterbrechungen. Zeugen wurden am Dienstag nicht vernommen. Zu den Vorwürfen geäußert hat sich die Angeklagte am ersten Verhandlungstag nicht. Ob die 47-Jährige, wie von der Strafkammer angeregt, am nächsten Dienstag (26. März) aussagen wird, ist noch unklar.
Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihr vor, von August 2014 bis November 2018 mindestens 265 zum Teil hochwertige Fahrräder weitergegeben zu haben - überwiegend an Polizisten, auch von der Bereitschaftspolizei und dem Landeskriminalamt. Sie soll dafür meist eine «Spende» von bis zu 50 Euro bekommen haben.