Eine gebrochene Pfote, ein verklebtes Auge, eine Wurmkur - Tierarztbehandlungen kosten viel Geld. Damit sich das auch obdachlose, bedürftige oder suchtkranke Menschen leisten können, engagiert sich in Leipzig der gemeinnützige Verein «Bunter Hund». «Auch wenn Menschen sehr arm sind und in schwierigen Lebenssituationen sind, haben sie das Recht auf ein Tier», sagte die Vorsitzende Becky Wehle. Deshalb unterstützt der Verein in Zusammenarbeit mit fünf Leipziger Tierarztpraxen einmal in der Woche durch Sprechstundentermine.
«Jede Woche Mittwoch ist eine andere Praxis dran», erklärte Wehle. Es gebe jeweils zehn freie Termine für die Tiere. Die Besitzerinnen und Besitzer müssen sich beim Verein anmelden und erhalten dann einen Überweisungsschein. Der Verein besteht bereits seit 2011. Die Idee stammt ursprünglich von zwei Leipziger Tiermedizinstudentinnen.
Die Arbeit verrichten die Praxen ehrenamtlich. Für Medikamente und Notoperationen sei man allerdings auf Spendengelder angewiesen, sagte die Tierärztin Sabine Zimmermann-Kuhn. Ihre Kleintierpraxis ist eine der fünf Praxen, die im wöchentlichen Wechsel Tiere von Obdachlosen oder Suchtkranken behandelt.